Babylon

Michael Perkampus
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Alban zu Pynchon

Mai 21, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: autoren und werke, netz Noch keine Kommentare →

Endlich gibt es ein paar Zeilen zu Pynchons Gegen den Tag von Alban Nikolai Herbst, auf die ich schon die ganze Zeit wartete. Ich selbst spindle mich gerade selbst durch den Mammut und auch ich bin überrascht, wie leicht und flüssig sich ein Pynchon plötzlich lesen läßt, wo doch die Unkenrufe alles andere erwarten ließen. Zwar bin ich noch immer am Anfang und kann selbst noch keine Stellung beziehen, aber alles, was mir da unter die Augen kommt, ist nichts anderes als ein hochkultiviertes Lesevergnügen. Ich denke, mein Fazit wird so ausfallen: solange Pynchon lebt, wird es keinem anderen Autor gelingen, an ihm vorbeizumarschieren.

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Tendenzen 26- Keep a good head and always carry a light bulb

Februar 01, 2008 Von: andre thom Kategorie: tendenzen Noch keine Kommentare →

tendenzen Nur einige wenige Personen mit einem besonderen Gemüt (ja, sagen wir es rundheraus: einem Slothrop`schen Charakter oder sollte man es Slothrop`sches Schicksal nennen?) wird die Tatsache nicht wundern, dass Byron immer noch nicht der Phoebus-Gesellschaft mit ihren Zerschlägern in die Hände gefallen ist. Zwar haben ihn Nachrichten erreicht, die unter anderen Umständen gut genug gewesen wären seine kindlichen Träume von Rebellion und Solidarität unter der Birnenwelt wieder aufzurichten, aber Byron ist nach wie vor sehr verzweifelt und fühlt sich trotz seiner Unsterblichkeit machtlos ans karmische Rad gefesselt. (more…)

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Januar, Fünfzehn, Acht

Januar 15, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur Noch keine Kommentare →

Im Mai diesen Jahres ist es also soweit. Das meisterwartete Buch der literarischen Welt wird endlich auf deutsch erscheinen.
“Against the Day” vom Überschriftsteller der heutigen Tage “Thomas Pynchon”.
1800 Seiten soll die Schwarte haben.
Glanz & Elend hat bereits etwas über dieses Buch zu sagen.

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Tendenzen 23- Gravity`s Rainbow

November 23, 2007 Von: andre thom Kategorie: tendenzen Noch keine Kommentare →

tendenzenGravity’s Rainbow bekam den Pulitzer-Preis 1973 nicht, weil es von einigen Jury-Mitgliedern unter anderen mit folgenden Adjektiven charakterisiert wurde: “unreadable,” “turgid,” “overwritten,” und “obscene“. Idioten. Ich sage es wahrlich laut: Vollidioten. Seinen einzigartigen Rang in der Literatur des 20. Jahrhunderts hat es aber letztlich, völlig zurecht, erobert. Man erinnert sich, das auch „Ulysses“ von James Joyce sich mit solchen platten Vorwürfen konfrontiert sah, dort aber und das ist meine eigene Lese-Erfahrung, durchaus nicht nur zu Unrecht; die Lektüre der Ulysses erschien mir oftmals mehr als „Kampf“ (womit kein positiver Kampf, im Sinne der Axt für das gefrorene Meer in uns, gemeint ist, sondern ein rein pragmatischer gegen die Langeweile, die ich dabei empfand) und selten als erfreuliche Angelegenheit, wohingegen ich bei der Lektüre von Gravity`s Rainbow für mich noch keinen einzigen vergeudeten Moment ausmachen konnte.

Beide schweigen. So stapfen sie weiter, Hände in und aus den Taschen, kleiner werdend, rehfarben, grau, mit einem Schuß von Purpur, scharf konturiert, ihre Fußabdrücke eine lange, überfrierende Reihe von erloschenen Sternen, und der bewölkte Himmel spiegelt sich fast weiß auf dem glasierten Strand… Wir haben sie verloren. Kein Mensch belauschte jene frühen Diskussionen, kein beiläufiger Schnappschuß überlebt. Sie gingen, bis der Winter sie verschluckte und es so schien, als würde noch der grausame Kanal selbst gefrieren und keiner, kein einziger von uns, sie je ganz wiederfinden. Ihre Spuren füllten sich mit Eis und wurden, wenig später, in das Meer gespült.

Thomas Pynchon - Die Enden der Parabel, S. 150, Rowohlt Taschenbuch 2006

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Für einen neuen Roman (1)

Februar 23, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: apercus 1 Kommentar →

Einen neuen Roman wird man in erster Linie gerne als einen Anti-Roman bezeichnen wollen, insofern nämlich, als man den alten Roman „abtut“, ihn für nicht mehr relvant erklärt. Doch er tritt ja nur die Gegenerschaft zu einer für heutige Begriffe völlig falschen Erzählweise an und nicht die Gegnerschaft zum Roman an sich. Wir können sogar so weit gehen und sagen: Der neue Roman, der uns vorschwebt, ist der eigentliche Roman, ist der Roman, der er von Anfang an hätte sein wollen, befreit von seinen finsteren und linearen, konstruktiven Ketten. (more…)

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Mario Vargas Llosa - Das böse Mädchen

Februar 15, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: autoren und werke Noch keine Kommentare →

Mario Vargas Llosa hat ein neues Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Das böse Mädchen“
Nachdem ich das Buch nahtlos an einem Stück gelesen habe, was durchaus etwas über Qualität des Romans aussagt, frage ich mich, wie es sich einreihen läßt in das Oeuvre eines der grössten noch lebenden Schriftsteller und ewigen Nobelpreisanwärters. Ein Los, daß er sich mit Carlos Fuentes, Thomas Pynchon und Salman Rushdie teilt.
Der 1936 in Arequipa geborene, in Lima aufgewachsene Mario Vargas Llosa war es, der dem literarischen Projekt der Moderne in Lateinamerika erzählerisch zum Durchbruch verholfen hat. Sein erster Roman La ciudad y los perros erschien 1962 (dt. Die Stadt und die Hunde). Realität (auch die selbst erlebte), so sagt er, wird durch den Akt des Schreibens vernichtet, um im fertigen Werk neu geschaffen zu werden. Zentraler Ansatzpunkt dieser schöpferischen Transformation der Realität durch die Sprache und die literarische Form, dessen Radikalität er in einem Essay über García Marquez als „deceido“, als einen mit der Souverainität des göttlichen Schöpfers konkurrierenden Akt des Frevels, bezeichnet, ist vor allem der Prozeß des Erzählens selber. Nicht erst in seiner autobiografischen Erzählung La tia Julia y el escridor (1977) (dt. Tante Julia und der Kunstschreiber) ist die hiermit angezeigte Dekonstruktion der Subjektivität als einer dem Prozeß des Erzählens vorausliegenden Erfahrung verwirklicht, sondern – potentiell zumindest – bereits in Vargas’ zweitem Roman, La casa verde (1965), (dt. Das grüne Haus). Der erste und wichtigste Eindruck, den die Lektüre hinterlässt, ist derjenige extremer Verschachtelung. Ihre handlungslogische Voraussetzung sind fünf separate Erzählsequenzen, die jedoch beim Fortgang der Handlung immer kunstvoll miteinander verknüpft werden.
Soweit ein Abriß der Vergangenheit. Was also bietet ein Autor, der unmittelbar am „Boom“ lateinamerikanischer Literatur beteiligt war, nachdem bereits Marquez mit „Erinnerung an meine traurigen Huren“ sein literarisches Können auslaufen ließ. Die Antwort ist einfach: Eine opulente Geschichte, die (natürlich) magisch und satirisch einen ungleich einnehmenden Erzählton von Anfang bis zum Ende durchstrickt und dabei über vier Kontinente führt. Daß es sich dabei um eine Liebesgeschichte von absoluter Weltklasse handelt, wird bereits auf den ersten Seiten klar, von denen man sich überhaupt nicht lösen kann. Es geht um eine Obsession und Vargas Llosa macht es sehr geschickt, dem Leser keine Lösung anzubieten, erzählt die Liebe als jenes Mysterium, das sie schließlich auch ist. Wenn man jemals etwas unter der Gattung L’amour fou zusammenfassen wollte, dann ist es diese Geschichte, an der man sich durch die Stofffülle allein berauschen kann.
Das ist das eine. Kennt man Werke wie „Das grüne Haus“, fragt man sich jedoch, ob dies tatsächlich jener Autor ist, der avantgardistische Romane, kraftvolle Bücher voller Revolutionsgeist schrieb, zur Gruppe jener gehörend, die den Roman zur höchsten Kunst verhalfen, oder ob man nicht eben, ähnlich wie bei Marquez vermuten muß, daß der Höhenkamm zu Ende ist, daß es nur noch darum geht, ein möglichst breites Publikum zu erreichen.
In der Tat kann man es so und so betrachten. Zwar unterhält der Großmeister auf hohem Niveau, aber beeindrucken kann er damit nicht mehr. Zu sehr hat man andere Romane von ihm im Hinterkopf. Wer Vargas Llosa jedoch noch nicht kennt und wem avantgarde Romane ein Gräuel sind, wer also gerne in einem Buch versinkt, der kann hier beruhigt zugreifen.

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Machbares

Januar 16, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: apercus Noch keine Kommentare →

Völlig wegdrängen vom Bild, das man ansehen kann. Literatur muss einen Alleinanspruch auf alles Machbare haben. Nichts darf ausgeschlossen werden. Längst arbeiten wir mit den Techniken der Malerei oder des Films, sowieso der Musik, der Bildhauerei, auch das Fotoalbum kennen wir von Arno Schmidt. Da anknüpfen, überhaupt: Stränge lassen, weiterdenken, wo eine Lücke entstanden ist. Wer zum Beispiel glaubt, der Surrealismus wurde in Frankreich zu Ende gedacht, wurde überhaupt gut gedacht, der irrt. Besehen wir Pablo Neruda, Cesar Vallejo, Octavio Paz, Julio Cortázar, Felisberto Hernández, dann finden wir ihn in seiner fruchtbarsten Funktion.
Da anknüpfen: Etym (James Joyce, Arno Schmidt), da anknüpfen: Carl Einstein, da hinsehen: Pynchon, DeLillo, John Barth, Robert Coover. Nachdenken auch über: Funktionalismus.
Das dachte ich mir: der Mensch ist bereits eine künstliche Intelligenz, ich weiss gar nicht, warum wir woanders suchen. Gehen wir davon aus; Intelligenz sei grundsätzlich künstlich im Gegensatz: Naivität ist natürlich, auch Instinkt. Wir sind ein unfassbares Konglomerat. Die Masse ist nur mit Gewalt zu bändigen, für Dichter müsste die alte Regel der Narrenfreiheit wieder greifen.

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Pynchons Mum sagt

Januar 12, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: netz, sentenzen Noch keine Kommentare →

Ach, der Tom, der war schon immer anders. Der konnte mitten unter uns sitzen und wir erkannten ihn nicht, weil er so ein unsichtbares Gesicht hatte.

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