Glauben und Ausschließung
Auch in der neuen Literatur sollte die Assoziation vorherrschen. Bis heute sind literarische Texte eine Sache von Glauben und Ausschließung. Das mag daran liegen, weil man einen Text nicht in erster Linie mit Kunst assoziiert sondern mit Geschichte. Unsere Geschichte. Mir persönlich erschien die Performance eines Textes immer wichtiger als das Textstellen selbst. Klang muss gefunden werden, der Rhythmus muss wirken können und kann das nur in ungewöhnlicher Konstellation. Sicher sind die meisten meiner Texte Partituren. Es erschien mir innerhalb der Kunst immer wichtig, die Kontrolle nicht nur zu verlieren, sondern sie zu vernichten.
Liebe, Sex, Träume - man erkennt überall die Monopolisierung. Die Wunden, die von Dada, Surrealismus und Beat geschlagen wurden sind längst wieder zugewachsen oder finden sich assimiliert. Die Rebellen sind nicht mehr die, die schreiben. Die Rebellen zeichnen sich heute gerade dadurch aus, dass sie nicht schreiben.
Entscheidet man sich jedoch zum Schreiben, muss man jegliche Konvention stören, man darf keine lingualen Gepflogenheiten anerkennen. Es gilt, der Verrücktheit zu huldigen.
Tags: theorie
Das hier ein Märchen zu nennen wäre sowohl richtig als auch irreführend. Richtig dahin, dass in einem echten Märchen alles wunderbar – geheimnisvoll und unzusammenhängend sei; und irreführend, weil wir heute keinen aktiven Begriff des Märchens vermittelbar zur Hand haben, denn wie so oft verlor sich die Theorie der Sache unterwegs zu einem trivialen Pamp. Heute können wir nicht mehr sprechen, weil alles, das vormals etwas ausdrückte und bedeutete nur noch ein Summen in den dörren Kehlen ist, oder, wenn das nicht der Fall sein sollte – entwertet oder in sein Gegenteil verdreht sich im Gevolke wiederfindet. Man hat es nicht unterlassen, jeden nassen Furz zur Kunst zu erheben, Langeweile gebiert Langeweile, der Geist ist anderswo.
