Babylon

Michael Perkampus
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Glauben und Ausschließung

Juli 07, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: apercus 5 Kommentare →

Auch in der neuen Literatur sollte die Assoziation vorherrschen. Bis heute sind literarische Texte eine Sache von Glauben und Ausschließung. Das mag daran liegen, weil man einen Text nicht in erster Linie mit Kunst assoziiert sondern mit Geschichte. Unsere Geschichte. Mir persönlich erschien die Performance eines Textes immer wichtiger als das Textstellen selbst. Klang muss gefunden werden, der Rhythmus muss wirken können und kann das nur in ungewöhnlicher Konstellation. Sicher sind die meisten meiner Texte Partituren. Es erschien mir innerhalb der Kunst immer wichtig, die Kontrolle nicht nur zu verlieren, sondern sie zu vernichten.

Liebe, Sex, Träume - man erkennt überall die Monopolisierung. Die Wunden, die von Dada, Surrealismus und Beat geschlagen wurden sind längst wieder zugewachsen oder finden sich assimiliert. Die Rebellen sind nicht mehr die, die schreiben. Die Rebellen zeichnen sich heute gerade dadurch aus, dass sie nicht schreiben.

Entscheidet man sich jedoch zum Schreiben, muss man jegliche Konvention stören, man darf keine lingualen Gepflogenheiten anerkennen. Es gilt, der Verrücktheit zu huldigen.

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Nach der Vertonung des Ersten Tableaus

Juni 13, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

COI beginnt von innen heraus in zweifacher Hinsicht. Adam befindet sich in einem Raum, die Erzählposition ist verharrend und gibt, durch zwei verschiedenen Erinnerungen, die zeitlich voneinander zu trennen sind, die Symbole des Romans vor. Das Gesicht in den Wolken (die früheste Erinnerung, gleichzeitig das Motiv für Adams weitere Unternehmungen) korrespondiert mit der Ungewißheit, jener Trägerin dieses Gesichts in Fleisch und Blut begegnet zu sein. Das Zimmer bekommt im zweiten Tableau die nähere Bezeichnung “16″. Der nächste wichtige Aspekt ist das Symbol “Tür”, das ebenfalls beständig wiederkehren wird.

Das erste Tableau ist eine Art Seelenkammerspiel, um Adam einzuführen und die Motive, noch schwimmend und vage, wie durch einen Nebel, darzulegen. Aus diesem unterbewußten Spiel, führt das zweite Tableau, wiederum von Adams Erinnerung abhängig, die nächste Figur ein: Rodriguez. Aus der unterbewußten und traumähnlichen Haltung der Perspektive tritt die Erzählung langsam an die Oberfläche.

Ich beginne ab Montag mit der Vertonung des zweiten Tableaus.

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Individuation im Werk

Juni 05, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur, psychologie 1 Kommentar →

Meine Kenntnis der Traumpsychologie macht es mir möglich, Texte zu schreiben, die wie die Traumsymbole des Individuationsprozesses angeordnet sind. Die Bilder archetypischer Natur schildern im Traum wie auch in meiner Arbeit die Herstellung eines neuen Persönlichkeitszentrums. Dadurch läßt sich die Wirkung auf den Rezipienten verstehen (die auch dann vorhanden ist, wenn der Text nicht bewußt verstanden wird). Hier folge ich der gleichen Möglichkeit, die ich in meiner Lyrik bereits seit zwei Jahrzehnten erforsche. Jedoch komme ich in meiner Prosa nicht selten auch an die Oberfläche, um das, was man erzählen nennt, einzubinden. Anders als die Surrealisten, die die Instanz des Bewußtseins komplett ausschalten wollten, um den reinen Automatismus zu fördern, arbeite ich mit der Sprache des Traums im bewußten Zustand. Diese Sprache wurde mir als eine urpoetische zur Technik meines Werkes.

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Erzählen (3)

April 13, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: apercus Noch keine Kommentare →

Die Theorien des Erzählens sind mannigfach. Das Erzählen ist, wie das Leben auch, ständigen Wandlungen unterworfen, ist vielleicht das Leben selbst, so wie der Eros die arché darstellt, Urstoff des Lebens, aber auch des Erzählens. Das Erzählen ist nicht weniger als ein Trieb, der sich insbesondere im Trennungsmythos offenbart, in dem sich das ganze Konzept der Liebesenergie als Wiederaneignung finden läßt. (more…)

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Erzählen (1)

April 07, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: apercus Noch keine Kommentare →

Im Anfang war das Wort. Das Wort kommt ohne den Menschen aus. Die Welt allerdings konnte nur dadurch entstehen, dass der Mensch zum homo narrens wurde. Das Erzählen ist die Erschaffung der Welt, das Wort lediglich der Urstoff, aus dem die Welt wurde. Das Symbol des Erzählens ist der Ouroboros, denn wo immer der Menschengeist es unternommen hat, sich das Rätsel der Weltentstehung verständlich zu machen, wo immer er nach der arché, dem Urstoff forschte, blieb die Suggestivkraft eines Bildes von einem kosmogonischen Urmedium ungebrochen. Dieses Bild ist der Ozean und nicht zuletzt ein Seeungeheuer in Form einer gewaltigen Schlange. Und darin steckt bereits das Erzählen. Man erzählt sich von einem hermaphroditischen Drachenwurm, der sich zum Kreis schließt, indem er seinen eigenen Schwanz verschlingt. Erzählungen funktionieren so. Sie kehren wieder in unendlichen (ozeanischen) Variationen. (more…)

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Die Innamorata Adams

März 16, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: apercus Noch keine Kommentare →

Aufzeichnung zur Mitte der Unendlichkeit

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Die Kunst ist eine durch bestimmte Art des Denkens gestaltete Situation.
Eine bestimmte Art zu sehen darf sich nicht nach anderen richten, sie muß der eigenen Innenschau entsprechen. Man kann das Werk eines Dichters nur beurteilen, wenn man sein ganzes Schaffen kennt. Heute wird diese Tatsache sehr leicht übersehen und auch gar nicht mehr praktiziert. Man zieht einen Text, auch wenn er abgeschlossen erscheint, aus dem ganzen Kontext und glaubt zu verstehen. Nichts wird hier verstanden. (more…)

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Das poetische Murmelspiel

März 10, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: dialoge, reden, interviews Noch keine Kommentare →

Ein Buch ist ein Buch, darin sind bestenfalls Worte, die ein Eigenleben besitzen. Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich wichtig ist, ob darin Worte zu finden sind - Worte machen es ja einfach nur leicht, nichts zu verstehen. Man kann gerne sagen: Diesen Satz verstehe ich nicht. Man kann es aber nicht, wenn man einen Baum anstarrt, denn es ist nur begründet, dass wir einen Baum nicht verstehen (wir verstehen ja nur, was wir uns selber schaffen, um es zu verstehen). (more…)

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Die Geschichte des Uhrenträgers - Erzählung

Februar 22, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: dialoge, reden, interviews 11 Kommentare →

uhrenträger Das hier ein Märchen zu nennen wäre sowohl richtig als auch irreführend. Richtig dahin, dass in einem echten Märchen alles wunderbar – geheimnisvoll und unzusammenhängend sei; und irreführend, weil wir heute keinen aktiven Begriff des Märchens vermittelbar zur Hand haben, denn wie so oft verlor sich die Theorie der Sache unterwegs zu einem trivialen Pamp. Heute können wir nicht mehr sprechen, weil alles, das vormals etwas ausdrückte und bedeutete nur noch ein Summen in den dörren Kehlen ist, oder, wenn das nicht der Fall sein sollte – entwertet oder in sein Gegenteil verdreht sich im Gevolke wiederfindet. Man hat es nicht unterlassen, jeden nassen Furz zur Kunst zu erheben, Langeweile gebiert Langeweile, der Geist ist anderswo.
Ist aber das Märchen die adäquate Bezeichnung, dann darf sie freilich irreführend sein wie sie es mag, sie erfordert allenfalls ein wenig Politur, um sich mit dem, was ich da treibe – und eigentlich mit dem Uhrenträger zum ersten Mal getrieben habe – zu vergleichen.
Zwei Dinge springen hervor: Die Ironie, ein etwas barocker Ton und das in die Unendlichkeit gebaute Getöse. (more…)

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Die blaue Blume

Januar 02, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

Die blaue Blume ist der Inbegriff der romantischen Sehnsucht nach dem Unendlichen und die fast sakrale Losung in der Romantik. Adam bezeichnet Myrrha unter anderem so. (Ihre Beinamen sind Legion). (more…)

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Kern

Dezember 27, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

Natürlich enthält das Buch Erzählungen, das muss trotz aller Neuerung der Erzählweise gesagt werden. Wenn das Erzählen Bandbreite ist und mehr ausmacht als auf-zählen, bekommt das Erzählen den Zustand des er-legens, er-kennens; man mag es weiterführen, denn wo immer ein intransitives Verbum in Verbindung mit er- transitiv wird, handelt es sich immer um eine Besitzergreifung. Das, was gezählt werden kann, nämlich gewisse unruhige Zustände, nehme ich für das in Anspruch, was dem Urzustand entspricht: ich bin was ich sage, was ich nicht sagen kann, bin ich nicht. (more…)

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