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Michael Perkampus
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Tendenzen 23- Gravity`s Rainbow

November 23, 2007 Von: andre thom Kategorie: tendenzen Noch keine Kommentare →

tendenzenGravity’s Rainbow bekam den Pulitzer-Preis 1973 nicht, weil es von einigen Jury-Mitgliedern unter anderen mit folgenden Adjektiven charakterisiert wurde: “unreadable,” “turgid,” “overwritten,” und “obscene“. Idioten. Ich sage es wahrlich laut: Vollidioten. Seinen einzigartigen Rang in der Literatur des 20. Jahrhunderts hat es aber letztlich, völlig zurecht, erobert. Man erinnert sich, das auch „Ulysses“ von James Joyce sich mit solchen platten Vorwürfen konfrontiert sah, dort aber und das ist meine eigene Lese-Erfahrung, durchaus nicht nur zu Unrecht; die Lektüre der Ulysses erschien mir oftmals mehr als „Kampf“ (womit kein positiver Kampf, im Sinne der Axt für das gefrorene Meer in uns, gemeint ist, sondern ein rein pragmatischer gegen die Langeweile, die ich dabei empfand) und selten als erfreuliche Angelegenheit, wohingegen ich bei der Lektüre von Gravity`s Rainbow für mich noch keinen einzigen vergeudeten Moment ausmachen konnte.

Beide schweigen. So stapfen sie weiter, Hände in und aus den Taschen, kleiner werdend, rehfarben, grau, mit einem Schuß von Purpur, scharf konturiert, ihre Fußabdrücke eine lange, überfrierende Reihe von erloschenen Sternen, und der bewölkte Himmel spiegelt sich fast weiß auf dem glasierten Strand… Wir haben sie verloren. Kein Mensch belauschte jene frühen Diskussionen, kein beiläufiger Schnappschuß überlebt. Sie gingen, bis der Winter sie verschluckte und es so schien, als würde noch der grausame Kanal selbst gefrieren und keiner, kein einziger von uns, sie je ganz wiederfinden. Ihre Spuren füllten sich mit Eis und wurden, wenig später, in das Meer gespült.

Thomas Pynchon - Die Enden der Parabel, S. 150, Rowohlt Taschenbuch 2006

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