Nebukadnezars Traum
(Hier nicht der satirische Verweis aus Die Geschichte des Uhrenträgers, sondern der historisch zu verstehende babylonische Herrscher und als solcher Figur der MITTE DER UNENDLICHKEIT.) (more…)
Tags: nebukadnezar • traum(Hier nicht der satirische Verweis aus Die Geschichte des Uhrenträgers, sondern der historisch zu verstehende babylonische Herrscher und als solcher Figur der MITTE DER UNENDLICHKEIT.) (more…)
Tags: nebukadnezar • traum„Wie ein Lehrer, was für ein Lehrer?“
„Ich bin Lehrer gewesen, bevor mich der Ruf der Nation erreichte.“
„Und vor allem: Was für eine Nation?! Ein Preuße?“
„Oh nein!“
„Ein Schwede ja wohl kaum!“
„Natürlich nicht!“
„Ein Österreicher gar?“
„Aber nein. Ich bin…“
Jetzt kommt’s, die Blicke sagen: jetzt kommt’s, jetzt muss er es sagen, ausspucken, rausrücken, die Lippen beben, öffnen sich, der Brustkorb verarbeitet die Luft in kleine Portionen und Pölsterchen, die Stimmbänder werden angerührt und erzittern wie eine abgewatschte Guitarre… (more…)
Da hockt er, im Geäst, der ansehnliche Knochenmann, ausgedürrt der Bildung wegen, der Junggeselligkeit wegen, die ihm kein Gewamp angedacht lässt, nichts zum Anfassen für ein Frauenzimmer mit wissenden Händen. (more…)
Tags: doppelgänger • nebukadnezar • schwarzwaldDas Wetter duftet nach morschem Holz. Windbuchen zerfuchteln den Wind, der angestemmt kommt und sich gegen die Hütten drängt, Fugen ausfüllt und sich nirgendwo niederlegt. Eichenblätter wirbeln mancherorts hinfort. Dunkelblaue Laufkäfer verbergen sich zwischen Waldquanten, Wasser und Lichtspiele vertäuen sich an Eisschiffen, reflektieren sich in der tänzelnden Luft eines sich biegenden Herbsttages, der hier schon Winter ist.
Winter. Verschneiter Wald und zuckergußüberzogene Dächer, manch Laub ist noch nicht gefallen, manch Blatt hält sich gefroren am Ast.
In den Stuben wird gearbeitet. Glasbläser mit errötenden Gesichtern formen geschmolzenen Sand zu Karaffen und Kristallen, Schildermaler pinseln mit klammer Hand interpretierte Farben auf geschnittenes Blech. Die Zeit bekommt Gesichter.
Draußen trommelt die Ewigkeit, die es gilt, zu zerteilen, der unverstandene Moloch, der die Erinnerungen frisst und vage Schattenrisse hinterlässt, der Energie so manche Augenblicke raubt in anorganischen Dimension, in organischen, psychologischen, in geschichtlichen. Die Zeit der Amöbe ist eine andere als die Zeit des historischen Menschen. Die Zeit aller Dimensionen des Lebens läuft in ihrer Nichtumkehrbarkeit auf das Neue, das Einmalige, das Nochnichtdagewesene zu. Die Erfüllung wird zum Ziel, auf das die Zeit zugeht. Und die Menschen hämmern und kämmern, basteln und spachteln, sägen und wägen, sie ritzen und modellieren, der Zukunft etwas zu sagen.
Schräg legt der Schneefall sich in die Atmosphäre, heute so wie gestern schon.
Köhler kontrastieren den weißen Fall und durchrußen den ausgebleichten Himmel, die Gehöfte stehen im prunkenden Kleid, Mägde scheuern in Kupferkesseln herum. Morgen wird sich der erste Schnee wieder verflüchtigen, aber die Ahnung der Kälte wird bleiben.
Heimlich drängt der Wald die frühe Dunkelheit ins Dorf, hinter den Fenstern lodern orangene Feuer. Man bereitet am Abend bereits den Morgen vor.