Der gestiefelte Hinze
Der gestiefelte Kater wurde in der bekanntesten Fassung von den Gebr. Grimm 1812 ihren Kinder- und Hausmärchen beigefügt. Erfunden wurde die Märchenkatze jedoch von Giovanni Francesco Straparola aus Caravagio ende des 15. Jahrhunderts.
1797 übernahm ihn Ludwig Tieck für sein gleichnamiges Bühnenstück und nannte ihn HINZE. Wer wissen möchte, wie man romantische Ironie auf die Spitze treiben kann, sollte sich das köstliche Stück in dieser Fassung durchlesen.
ER. Hörst Du wohl die Nachtigall, mein süßes Leben?
SIE. Ich bin nicht taub, mein Guter.
ER: Wie wallt mein Herz vor Entzücken über, wenn ich die ganze harmonische Natur so um mich her versammelt sehe, wenn jeder Ton nur das Geständnis meiner Liebe wiederholt, wenn sich der ganze Himmel niederbeugt, um Äther auf mich auszuschütten.
SIE. Du schwärmst, mein Lieber.
ER: Nenne die natürlichsten Gefühle meines Herzens nicht Schwärmerei: (Er kniet nieder.) Sieh, ich schwöre Dir hier vor dem Angesicht des heiteren Himmels-
HINZE (höflich hinzutretend). Verzeihen Sie günstigst, - wollten Sie sich nicht anderswo hinbemühen, Sie stören hier mit Ihrer holdseligen Eintrach eine Jagd.



