Babylon

Michael Perkampus
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Der gestiefelte Hinze

Februar 07, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: poetakas 1 Kommentar →

Der gestiefelte Kater wurde in der bekanntesten Fassung von den Gebr. Grimm 1812 ihren Kinder- und Hausmärchen beigefügt. Erfunden wurde die Märchenkatze jedoch von Giovanni Francesco Straparola aus Caravagio ende des 15. Jahrhunderts.
1797 übernahm ihn Ludwig Tieck für sein gleichnamiges Bühnenstück und nannte ihn HINZE. Wer wissen möchte, wie man romantische Ironie auf die Spitze treiben kann, sollte sich das köstliche Stück in dieser Fassung durchlesen.

ER. Hörst Du wohl die Nachtigall, mein süßes Leben?
SIE. Ich bin nicht taub, mein Guter.
ER: Wie wallt mein Herz vor Entzücken über, wenn ich die ganze harmonische Natur so um mich her versammelt sehe, wenn jeder Ton nur das Geständnis meiner Liebe wiederholt, wenn sich der ganze Himmel niederbeugt, um Äther auf mich auszuschütten.
SIE. Du schwärmst, mein Lieber.
ER: Nenne die natürlichsten Gefühle meines Herzens nicht Schwärmerei: (Er kniet nieder.) Sieh, ich schwöre Dir hier vor dem Angesicht des heiteren Himmels-
HINZE (höflich hinzutretend). Verzeihen Sie günstigst, - wollten Sie sich nicht anderswo hinbemühen, Sie stören hier mit Ihrer holdseligen Eintrach eine Jagd.

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Die Themen mitgegeben

Februar 06, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: journal Noch keine Kommentare →

Es gibt wesentliche Anhaltspunkte dafür, warum ich ausgerechnet zur Nachtseite der Naturwissenschaft, zu Romantik, Surrealismus, Tiefenpsychologie und Hypnose tendierte, die allesamt nicht zugeeignet, sondern bereits vorhandenes, noch nicht dechiffriertes Ideen- und Zeichengut im Kelch der Blume waren. Für mich ist es nicht allein eine Frage der Intelligenz, alles in einem großen Zusammenhang zu sehen und sich entschieden gegen Rationalismus und Materialismus zu stellen und es ist keine naturgemäße Opposition gegen die eiskalte Logik meines Vaters darin zu erkennen, denn gerade innerhalb der aufmerksamen Beteiligung an diesem Denkspiel, äußerten sich mir von Anfang an der entscheidende Fehler, der dem zugrunde lag, der ihm für seine Aufgabe als Ingenieur jedoch notwendig blieb und ihn ins Verderben führte. (more…)

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Schriften zur Romantik VI

Januar 30, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: journal Noch keine Kommentare →

(Der Venusberg)

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Indes ist es ein Irrtum, wenn die Romantik als Opposition zur Aufklärung dargestellt wird. Wenn es den Romantikern gelang, diese zu übertönen, so nicht durch die völlige Gegensätzlichkeit oder gar einer antiaufklärerischen Neigung. Vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall: Die Romantiker forderten, nicht halt zu machen vor der Nachtseite, dem Wilden, Dunklen, Fremden, sondern weiter zu gehen. In diesem Sinne wirkte die Romantik bei weitem aufklärerischer als die Aufklärung selbst, die sich ein sicheres Podest des Irdischen zu erbauen trachtete. Somit wird die Romantik zur Komplettierung der bürgerlichen Subjektproduktion, gerade dadurch, dass sie das Unbewusste der Aufklärung zu formulieren weiß und sozialhistorisch wie auch in ihrer psychogenetischen Entwicklung zu ihr geradezu in Wechselbeziehung steht. (more…)

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