Der Magische Realismus
Wenn Massimo Bontempelli, der die italienische Literatur in den 20iger Jahren geprägt hat, seine ersten magisch-realistischen Werke vorlegt, wird er einer jener Pioniere sein, die einen bisher nicht fest umrissenen Begriff in die Literaturwelt einführen, der sich irgendwo zwischen phantastischer Literatur, Surrealismus und Neuer Sachlichkeit bewegt. (more…)
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Das Quaken wir auch schon seit 450 vor Zeit: es gibt keine allgemein gültigen, objektiven Wahrheiten. Protagoras sagte das und wäre damit der Moderne verpflichtet gewesen, mehr noch der Neuen Moderne.
Antiphon erklärt, man darf das Gesetz ruhig übertreten, nur darf es niemand sehen. Nationale Bindung hält er für nichtig, da alle Menschen gleich seien.
Kritias hält die gesamte Religion für die Erfindung eines klugen Kopfes, um damit die Menschen einzuschüchtern, damit sie die Staatsgesetze einhalten, auch wenn keine Polizei in der Nähe ist.
Der Modernste doch von allen, denen man heute noch Wahrheit stielt, war Heraklit. Man nannte ihn den Dunklen, der sich von den Massen fernhielt.
“Einer gilt mir zehntausend, falls er der Beste ist”, schreibt er in seinem Fragment 49.
Es darf uns daher nicht verwundern, dass die moderne Lebensphilosophie ala Nietzsche oder Klages sich auf Heraklit beruft. Nietzsche nahm vermutlich den “Krieg als Vater der Dinge” an, Klages stürzte sich auf den “Fluss”, der uns alles durch die Finger rinnen lässt, was wir ergreifen, leere Worte, denen keine Wirklichkeit entspricht.
So weit sind wir heute wieder in der Zeit des Postismus.
Man könnte nun behaupten, Heraklit sei Nominalist, dann verwechselte man ihn mit den Herakliteern, wie zB. Kratylos einer war. Ein absolutes Werden hatten sie im Auge, in jenem Sinne nämlich, als dass es überhaupt nichts Gemeinsames mehr gäbe. Ich glaube also, dass die moderne Lebensphilosophie in Wahrheit nicht Heraklit als Ahnherr hat, sondern dessen Verwerter.
Da komme ich also mit mir überein, dass es das, was man begehrt, gar nicht geben kann. Man begehrt eben nicht, was man sieht, sondern, was man nicht sieht, aber denkt.
Mag man sagen: aber ich sehe doch den anderen Menschen, den ich als Folge dann begehre; will ich erwähnen, dass des anderen Auftreten nur das Bild entfacht, dass man im Denken bereits stets begehrte, vor allem Auftauchen jener Person, auf die man sein Begehren stützt.



