Babylon

Michael Perkampus
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Die Innamorata Adams

März 16, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: apercus Noch keine Kommentare →

Aufzeichnung zur Mitte der Unendlichkeit

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Die Kunst ist eine durch bestimmte Art des Denkens gestaltete Situation.
Eine bestimmte Art zu sehen darf sich nicht nach anderen richten, sie muß der eigenen Innenschau entsprechen. Man kann das Werk eines Dichters nur beurteilen, wenn man sein ganzes Schaffen kennt. Heute wird diese Tatsache sehr leicht übersehen und auch gar nicht mehr praktiziert. Man zieht einen Text, auch wenn er abgeschlossen erscheint, aus dem ganzen Kontext und glaubt zu verstehen. Nichts wird hier verstanden. (more…)

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Schriften zur Romantik VII

Februar 07, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: journal Noch keine Kommentare →

hoffmannEs wird Zeit, in aller Kürze dennoch, jene Geschichte anzusprechen, die ich neben einigen Poe-Texten wohl bis an mein Lebensende immer wieder lesen werde. Es ist, das vermag ich wohl zu sagen, die schönste Geschichte die ich jemals las und die mich seit früher Kindheit an begeistert und wieder und wieder diese ganz spezielle Sehnsucht in mir anfacht. Gemeint ist E.T.A Hoffmanns Goldener Topf. Von einer Lieblingsgeschichte zu sprechen klänge mir zu banal – da gibt es aberviele, die ich ebenfalls heranziehen wollte – aber die Besonderheit, die dem Goldenen Topf innewohnt, möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Freilich kennt man die Erzählung ohnedies als eines der schönsten Prosastücke deutscher Literatur und sie ist ja auch über alle Maßen berühmt, berühmter sogar als die Prinzessin Brambilla, bei der es heißt: Nichts ist langweiliger, als, festgewurzelt in den Boden, jedem Blick, jedem Wort Rede stehen zu müssen! (more…)

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Ich ziehe ein paar Bücher raus und siehe! was da drinne

November 16, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: poetakas Noch keine Kommentare →

Das Bibliothekenspiel, im Stile einer blinden Kuh herumzutappen und sich ein Buch zu schnappen, es zu öffnen und völlig kürlich mit dem Zeigefinger einen Satz zu packen, den dann abzugriffeln und zu kommentieren, was der Sinn so will.

“Da erwachten alle wie aus einer Betäubung, man eilte Franzesko zu Hilfe, er lag totenähnlich da.” - E.T.A. Hoffmann, Das Leben am fürstlichen Hof

P.-:

Spiel tot, sieh aus wie tot, so ähnlich muss der Schlaf dir gelten, die Ohnmacht ist ihm durchaus nah. Ohne Leib magst du selbst in einer Fussel großen Platz erkennen, wie ein Gespenst, das den Nebel sich umstreift wie einen Mantel und dort Ruinen beweint, die ganz verlassen -, dort auf den Wanderer wartend, der den Tau sofort erkennt und sagt: Das war mir einer, den ich kannte.

Die Mutter trat heraus, und das Gespräch begann.
“Was macht Mina?” - “Sie weint.” - “Einfältiges Kind! Es ist doch nicht zu ändern!” - “Freilich nicht, aber sie so früh einem anderen zu geben!” - Chamisso, Peter Schlemihl

P.-:

Jede Liebe begann in alter Zeit mit dem Schmerz des Kummers, nicht dem anheim zu fallen, den man sich für sein Herz ersann, sondern dem Mammon zugedacht zu werden, dessen Wächter ein ältlicher und kalter Elegant sein kann oder ein verwachsener Stinker, dem das Geld in den Hintern geblasen, das dort nun neben vielen Haaren weiter wächst.
Der Kummer war die Referenz, nun Frau zu sein und nimmer die Geliebte.

“Nun gut”, sagte Grandgousier, “aber welchen Arschwisch findest du denn am besten?”
“Ich bin gleich soweit”, sagte Gargantua; “Ihr werdet es gleich tu autem erfahren. Ich habe mich mit Heu, Stroh, mit Werg, Füllhaar, Wolle und Papier abgeputzt. Aber:

Putz ich den Scheissarsch mit Papier
klebt am Sack die Kacke mir.”

“Was ist den das, mein Säckel”, sagte Grandgousier, “hast du schon so viel gesoffen, dass du reimen kannst?” - Rabelais, Gargantua

P.-:

Der gute Schiss ist heilig, weil er ‘därm so faltet, dass man wohl im Hirn mehr Schmalz verspürt und plötzlich in die Klassik find’, da alles muss nach lotrechter Architektur stinken. Hätt’ Aristoteles geahnt, dass seine Poetik die Bereicherung einer jeden Latrine ist, hätt’ er im Güllefass gefaselt, was das Abendland verkehrt.

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Der Magische Realismus

Februar 14, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: apercus, autoren und werke Noch keine Kommentare →

Wenn Massimo Bontempelli, der die italienische Literatur in den 20iger Jahren geprägt hat, seine ersten magisch-realistischen Werke vorlegt, wird er einer jener Pioniere sein, die einen bisher nicht fest umrissenen Begriff in die Literaturwelt einführen, der sich irgendwo zwischen phantastischer Literatur, Surrealismus und Neuer Sachlichkeit bewegt. (more…)

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Phantastik

Februar 08, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: apercus 1 Kommentar →

Das Bewußtsein um die Aspekte des Nächtlichen, Abseitigen und Unheimlichen reicht weit ins 18. und 19. Jahrhundert hinein und wurde in der Epoche der Romantik, man möchte fast sagen, geboren als eine antiaufklärerische und schwärmerische Suche. Soweit die Klischees. In Wahrheit formulierte diese literarische Bewegung aber keinen radikalen Bruch mit der Aufklärung, sondern bereicherte diese noch um den Zusatz produktiver Zweifel an einer vollständig rationalen-diskursiven Durchdringung der Welt. (more…)

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