Babylon

Michael Perkampus
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Der gedeckte Tisch

Januar 21, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: journal Noch keine Kommentare →

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Der gedeckte Tisch im Traum ist bekanntlich das Sexualsymbol für die Frau. Eine Unterscheidung liegt jedoch darin, ob der Tisch bereits gedeckt vorgefunden wird oder ob sich der Träumer erst anschickt, den Tisch zu decken. Es ist gerade die Verbindung von Essen und Schmecken, die auch in unserer Altagssprache mit dem Sexus assoziierbar gemacht wird: Jemanden vernaschen, mag da als Beispiel seinen Zweck erfüllen, vor allem auch deshalb, weil das „vernaschen“ etwas anderes bedeutet, wie das Essen mit Messer und Gabel. (more…)

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Januar, Sieben, Acht

Januar 07, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur 4 Kommentare →

Heute stand der erste Fastentag auf dem Programm. Ich dachte mir, wenn ich schon nicht mehr rauche, kann ich zumindest versuchen, irgendetwas anderes Gesundes noch zusätzlich mit mir anzustellen. Um es kurz zu machen: ich kaufte die besten Wässerchen, Säfte und Tees mit unaussprechlichen Namen - so eine art Waschmaschine für die inneren Organe - und meinte es aufrichtig und ernst. Bis 17 uhr. Dann überfiel mich schiere Verzweiflung und das Nagen in meinem Magen fühlte sich an, als wäre dort Batteriesäure am werken. Bisher kam ich durch das Nichtrauchen mit tumultartigen Agressionsschüben aus, das kann ich verkraften, meine Umwelt sowieso, weil ich es ja nicht so meine - aber HUNGER, Freunde, was ist das denn? Der Verzweiflung nahe (ich hatte sogar auf Kaffee verzichtet), robbte ich in den nächsten Laden, Mitleid heischend stemmte ich mich auf die Knie und mir wurden die Wege freigemacht mit den Worten: “Ein verhungernder! Obacht! Den Weg frei!”

Ich kaufte alles, was irgendwie nach Delikatesse aussah. Mehr als ich jemals in einer Woche in mich hineinstopfen kann - aber es geht nicht um das Aufessen, es geht um das im Essen schwimmen, um das Spielen, Burgen und Städte bauen. Stellen Sie sich vor: Lachsrutschbahnen, Kirschwassersalamigärten, Ziegenkäseschneebällchen…

Ich fresse und fresse! Oh ja, ich fresse! Ich schwörs!

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Dezember, Vierundzwanzig, Sieben

Dezember 24, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur Noch keine Kommentare →

15.06

Der Trend geht zum Zweitfrühstück. Nach der Bratenvöllerei gestern (eine würzige Kakaosauce zu einem nahezu kompletten Schweinerücken, allerdings eintbeint) fand heute Morgen nur der Kaffee eine Möglichkeit, in mich hinein zu wollen. Gestern nahm ich mir vor, den heutigen Tag auch gleich mit Wein zu beginnen, der mein Blut seit drei Tagen hervorragend ersetzt. Durch die Schreiberei an Zinn Ader Dur kam ich jedoch nicht dazu. Zweitfrühstück deshalb mit Sockeye, Mahi Mahi, Buttermakrele und Garnelen. Ich habe eine Avocado-Meerrettich-Creme dazu gemacht - und, auch wenn es fürchterlich klingt: noch einmal Kaffee. (more…)

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Dezember, Zweiundzwanzig, Sieben

Dezember 22, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur Noch keine Kommentare →

morgen: die andere form der Kunst, zum kochen engagiert. früher wurde ich oft dazu berufen, heute erlaubt es meine zeit - aber auch mein umgang - nicht mehr. es war mir stets das grösste vergnügen, neben dem, was mir tatsächlich sinnliches vergnügen bereitet, mich bereits in der küche mit herausragenden weinen zu besaufen - eher heimlich, zwischen dämpfen und frisch gehackten kräutern. seit gestern rührt in mir wieder diese haltlose schwere, die sich nun schon seit einigen monaten meiner bemächtigt, das gefühl der verlorenen zeit, schlimmer: der mutwillig verlorengemachten zeit. zeit zu verlieren war mir niemals akzeptabel, man musste mich erst dazu zwingen, aber akzeptiert bleibt es dennoch nicht. aber das ist nicht ganz richtig, es geht nicht um verlorenen zeit, es geht um verschwendete zeit. was man aber so schön sagt: im nächsten jahr wird alles anders, trifft auf mich ganz hervorragend. (more…)

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November, Sechsundzwanzig, Sieben

November 26, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur Noch keine Kommentare →

15.49

Katja und Sonja, Schwestern, die ich oft an der Türe abwimmelte, weil ich so im Rausch, so sehr in einer anderen Zeit vegetierte. Diesmal lud ich sie zum Kaffee und las ihnen aus Hoffmanns “Berganza” vor. Katja hat grosse Augen. Bei den wuchtigen Sätzen werden sie noch grösser. (more…)

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Juni, Fünf, Sieben

Juni 05, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur Noch keine Kommentare →

16.28

Zwei Passagen Adam eingelesen, so dass sich gegenwärtig folgendes Bild ergibt: Adam 1-7, Babylon 1-3.

19.17

Pferdehüftsteak mit Pesto Genovese, Kartoffeln mit Muskatbutter; dabei natürlich Tampranillo.

22.01

Adam, 8

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April, Sechsundzwanzig, Sieben

April 26, 2007 Von: michael perkampus Kategorie: leuchtspur Noch keine Kommentare →

12.19

Die letzten Tage am Hahn. Ein weiterer Erzähler mischt sich ein, eine distanzierte Kamera, die komplementär zur vergangenen Jetztschau agiert, nicht deckt, sondern zwischenschiebt.
Der Sonnengott Atum stößt sein Glied in seine Hand, seinen Wunsch erfüllend….

Ich werde jetzt durch Besuchsaktivitäten einige Tage ruhen, zumindest ruhen von diesem Sog, der mich oft weit in der Zeit zurückträgt.
Dabei ist mir das süffisante Vorwort, für eine Komödie gut geeignet, nicht mehr gut genug. Gerade der Wechsel in das von mir aufgefundenen Manuskripts von Morpheus Eisenstein, der dann, gesprochen nach seiner Natur, zitiert wird, wobei ich mir vorstelle, dass ich den oben erwähnten Erzähler mime, was - das ist einleuchtend - so nicht funktionieren kann, stellt sich als problematisch dar.
Die Form wabert und wogt wie ein Meer, das ist gut, sie hält sich nicht an lineare Abläufe - das ist sehr gut! - Ich gerate tiefer und tiefer hinein und werde zwischen der 1. Fassung, der 2. Fassung, Stoffsammlung, die noch keine Fassung ist, und dem eigentlichen Vorhaben entscheiden müssen.
Auch stelle ich bereits fest, dass sich das ganze Vorhaben für einen Blog problematisch darstellt.
Das alles ist noch zu lösen.

12.32

Ich fange am besten gar nicht damit an, das in Reinschrift zu bringen, was ich heute Nacht, noch ziemlich gehetzt (ich lag bereits zu Bett), niederschrieb, sondern sehe nach dem eingelegten Tafelspitz - ein eigener Kosmos übrigens, mit Wachholderbeerplaneten, Zwiebelringstrassen, einer regelrechten Ursuppe.

Markus A. Hediger für 17.30 angekündigt.

13.07

Podcast-Hörer im vergangenen Monat: 3990. Wie kommts?

22.47

Markus auf der Heimreise. Einiges an Gesprächen mitgeschnitten, anderes bleibt derzeit noch unter Verschluss und schwelt unter der Oberfläche - sehr konstruktive Ineinanderflechtungen.
Nicht nur dass ich es sehr genossen habe, mit Markus zu parlieren, haben wir auch Nägel in Köpfe gemacht.

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