“Bioys Themen sind nicht kosmisch, sondern metaphysisch. Die Liebe ist eine privilegierte Form der Wahrnehmung, die umfassendste und klarsichtigste, nicht nur der Unwirklichkeit unserer Welt, sondern unserer eigenen Unwirklichkeit. Wir laufen Schatten hinterher, aber wir selbst sind gleichfalls Schatten,” sagte der grosse Octavio Paz über den Mann, der fünfzig Jahre mit Borges befreundet war und mit diesem dann auch drei Bücher zusammen schrieb: Bioy Casares. Diese Bücher sind: Das Buch von Himmel und Hölle, Zwielicht und Pomp und natürlich Mord nach Model. (erschienen in der Werkausgabe Jorge Luis Borges’ und übersetzt vom überragenden Gisbert Haefs)
Morels Erfindung nun ist sein eigenes und es ist ein moderner Klassiker, der 1940 erschien und jetzt ebenfalls von Gisbert Haefs übersetzt, neu aufgelegt wurde.
Natürlich taucht auch hier und da der allgegenwärtige Borges erneut auf: In der Widmung sowie im Vorwort, wo er dieses Werk mit “perfekt” adjektiviert.
Ein Mann, der von der Justiz verfolgt wird, sucht Zuflucht auf einer verlassenen Pazifikinsel. Dort wird er mit dem Merkwürdigsten konfrontiert, was sein angespannter Geist erdenken kann: Er ist in die technische Verwirklichung eines Traumes geraten, den Menschen träumen seit sie den schönen Augenblick festhalten möchten. Ein Traum von grosser Sogkraft.
Und dann lese ich daraus folgenden wunderbaren Satz:
“ich glaube, wir verspielen die Unsterblichkeit, weil die Resistenz gegen den Tod sich nicht entwickelt hat; Ansätze zur Vervollkommnung beschränken sich auf die erstbeste, rudimentäre Idee: den ganzen Körper am Leben zu erhalten. Dabei müsste man nur die Bewahrung dessen anstreben, was für das Bewusstsein von Interesse ist.”
ETA Hoffman, Poe und Potocki haben die Phantastik begründet, aber die lateinamerikanische Literatur mit ihrem Borges, Cortà zar, Casares, Marquez, Asturias, Quiroga, Oktavio Paz hat mit ihrem magischen Realismus, mit ihrem Surrealité die Realität der Phantastik erneuert und sie zum Inbegriff der Literatur überhaupt werden lassen.
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