Apr
26
2008

1
Es scheint Phasen des Schreibens und Phasen des Handelns zu geben. Phasen heftigen Drängens entweder zum einen oder zum andern.
2
Schreiben über Geschehenes mündet in Zu-Tuendes. Für mich ein Anzeichen dafür, dass das Geschriebene seinen Zweck erfüllt hat: Fiktion realisiert sich. Weiterlesen »
RĂĽckblende: April, Achtundzwanzig, Sieben (28. 04. 2007)
Keine Tags
Apr
20
2008

1
Überlegungen zum Unterschied zwischen „nachdenken“ und „vorstellen“. Weiterlesen »
RĂĽckblende: Hermann Bahr, Modernist (22. 04. 2007)
Keine Tags
Apr
09
2008

1
Eine Wahrheit, so oft ausgesprochen und wiederholt, bis sie sich verselbständigt und nur noch Wort ist, wird zu einem Zeichen, das sich über andere Zeichen erhebt. Es verlangt, dass sich das gesamte semiotische System nach ihm ausrichtet: Es gibt vor, welche Interpretationen Gültigkeit haben, welche zu verwerfen sind. Es setzt die ideologischen und moralischen Achsen fest, nach welchen sich Wertigkeit und Wichtigkeit der übrigen Zeichen zu richten haben. Wahrheit als in ein semiotisches System implantierte Grösse will Starrheit, feste Werte, unerschütterliche Strukturen, Ewigkeit. Keine Enzyklopädie, kein Zeichensystem, das von der unendlichen Semiose, dem unendlichen Prozess der Interpretation und Neuinterpretation lebt, kann und will das leisten. Wahrheit kämpft – christlich gesprochen – gegen die eigene Natur. Der Geist ist willig, aber das Zeichen ist schwach. Weiterlesen »
RĂĽckblende: April, Elf, Sieben (11. 04. 2007)
Keine Tags
Apr
06
2008

1
Angst und Verzweiflung, die mich während den letzten Tagen fest im Griff hatten, die Aussichtslosigkeit, mit der ich mich konfrontiert sah, das Gefühl der Fremdheit, fremd in einem Land, das ich zu kennen glaubte, die Hoffnungslosigkeit, auch deshalb, weil ich keine Kraft mehr in mir finden konnte – ich sah mich gescheitert, hatte alles auf eine Karte gesetzt, war volles Risiko gefahren und hatte verloren. Weiterlesen »
RĂĽckblende: April, Neun, Sieben (09. 04. 2007)
Keine Tags
Apr
05
2008

1
Was ich an Brasilien liebe. Jetzt steht es mir wieder vor den fiebrigen Augen. Fiebrig wie damals, als Professor Mário mir das Schreiben beibrachte. Weiterlesen »
RĂĽckblende: sehnen spielen (07. 04. 2007)
Keine Tags
Mrz
31
2008

1
In der Notaufnahme des Spitals lagen Kinder, Kinder, Kinder. Um die Betten herum standen, sassen besorgte Eltern, Grosseltern, hielten den jammernden Zöglingen die Hände, kühlten ihnen die fiebernde Stirn. Als wir um zehn Uhr morgens mit unserer Tochter eintrafen, waren die Verwandten bereits hinausgebeten und die Direktive ausgegeben worden, nur ein Elternteil dürfe beim Kind bleiben, so voll war es. Weiterlesen »
RĂĽckblende: Mein LSD-handtuch (02. 04. 2007)
Keine Tags
Mrz
27
2008

1
Amazon Valley Academy, oder kurz, AVA: 1975 lag das Internat für Missionarskinder noch ausserhalb von BelĂ©m, ein grosses, ummauertes Grundstück, etwa so breit wie drei und so lang wie sechs Fussballfelder. Gleich rechts neben der Einfahrt befand sich die amerikanische Elementary-School mit angeschlossener Chapel, ein Gehweg aus Beton führte hinüber in die Junior-High, hinter diesem lag etwas versteckt zwischen Mango-Bäumen ein Lehrerhaus, diesem gegenüber, auf der anderen Seite des Sportplatzes, befand sich das deutsche Schulgebäude. Am Kopf des Fussballfeldes dann die amerikanische Highschool, dahinter ein weiterer Sportplatz, links davon das amerikanische Internat, daneben einige weitere Wohnhäuser für Lehrer, schliesslich das deutsche Internat, in der Form eines „Y“ (Küche, Esssaal und Wohnzimmer im „Bein“, links und rechts davon abgehend die Buben- bzw. Mädchenschlafsäle). Dahinter dann ein Stückchen Wald mit Baumhäusern, dann eine Lichtung mit einem weiteren Haus, in dem der amerikanische Rektor lebte, schliesslich ein grosses Stück unberührten Urwalds, in dem noch Affen lebten und Einbrecher gelegentlich ihr Diebesgut versteckten. Weiterlesen »
RĂĽckblende: Susanne Englmyaer (29. 03. 2007)
Keine Tags
Mrz
25
2008

1
Ich wollte heute über den in Brasilien weit verbreiteten Geister- und Götterglauben schreiben (folgen Sie den Links, wenn es Sie interessiert), doch seit ich von meiner Begegnung mit dem dreifingrigen Teufel schrieb, nagt ein böser Verdacht an mir. Weiterlesen »
Rückblende: Telefonat und eine ruinöse Bibliothek (26. 03. 2007)
Keine Tags
Mrz
23
2008

1
Eine Randbemerkung vorne weg (es ist mir eben aufgefallen, möglicherweise völlig irrelevant für das, wovon ich weiter unten schreiben will): Erinnerungen knüpfen sich an Ereignisse, nicht an Chronologien. Mitunter erscheinen sie losgelöst vom Umfeld, in dem geschah, was mich jetzt bedrängt, und isoliert von den Umständen, die dazu führten. Ein Bild, eine Episode, die sich zeitlos wiederholt. Als der junge, missgebildete Mann an der Tür unserer Kirche auftauchte, mit frischen Wunden am Kopf, blutend und wimmernd, war ich da schon, war ich da noch mit Ines verlobt? Hing da bereits am Anschlagbrett der Kirche mein Gedicht, ein Loblied auf mein wachsendes Haar, erstes schriftliches Aufmucken meiner sich anbahnenden Rebellion? Ich war bereits achtzehn, so viel kann ich der Erinnerung entnehmen, denn ich klemme mich darin hinter das Steuer eines Autos. Weiterlesen »
RĂĽckblende: Bestseller (24. 03. 2007)
Keine Tags
Mrz
21
2008

1
Eines Tages nahm Willi Jesus vom Kreuz und nagelte einen Gartenzwerg aufs Holz. Er machte sich nicht einmal die Mühe, seinen über und über mit Tinte verschmierten Malermantel abzulegen. Bekleckert wie er war, schulterte er das Kreuz, stieg von seiner Wohnung hinab auf die Strasse und trug den gekreuzigten Wichtel in einer schweigenden Prozession quer durch Wädenswil. Weiterlesen »
RĂĽckblende: Der Romanzendeckel (23. 03. 2007)
Keine Tags