Archiv für die 'journal' Kategorie

Mrz 23 2008

Lustfußigkeit

Eingestellt von michael perkampus in journal

Liebeszauber:
Ein Liebender entwendet dem geliebten Mädchen einen Schuh. Er behält ihn acht Tage, trägt ihn bei sich, vermischt sein Wesen also mit dem ihren (hierzu gehört auch, dass er ständig in den Schuh hinein ejakuliert) und gibt ihn zurück. Wenn das Mädchen den Schuh nun trägt, soll sie spüren, dass sie zu jenem gehört, der ihr den Schuh entwendet.

Perkampus aus: Liebeszauber der Welt (unveröffentlicht)

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Feb 21 2008

Eine Geschichte der Liebe -2-

Eingestellt von michael perkampus in journal

Wenn ein Pärchen Nachtigallen
Tag und Nacht sein Lied lässt schallen,
lass uns in die Blumen fallen,
Liebste mein, bald schon wird der Türmer schrein:
„Liebesleut, erhebt euch schnell!
Frühling glimmt, der Tag wird hell.“

- Anonymus Weiterlesen »

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Feb 21 2008

Eine Geschichte der Liebe -1-

Eingestellt von michael perkampus in journal

Nicht wenn man in den Tod
hineingewandert ist, kann man die Liebe
vergessen, die zurückgeblieben am Fluss
diesen nicht zu überqueren vermag. Es ist dann
die Flamme, die über den Fluss des Vergessens
schaukelt, die Flamme, die nicht
erlischt, weil die Erinnerung das Vergessen
besiegt, wenn es die Erinnerung an den
ewigen Schwur ist, wenn es eine über den Tod
hinaus beständige Liebe ist, wie das
Sonett von Quivedo heißt – und wie es endet,
Asche werde ich sein, doch Asche, die noch fühlt;
Staub werde ich sein, doch Staub, der liebt.

- Perkampus, Aus: „Assai“ Weiterlesen »

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Feb 12 2008

Schriften zur Romantik IX

Eingestellt von michael perkampus in journal

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Bei allen gegenwärtigen Versuchen, die Postmoderne zu überwinden wird man leicht erkennen können, dass dies nicht möglich ist, weil sie selbst in der Romantik ihre Wurzeln hat. Romantik aber kann nicht überwunden werden, man kann sich nur in Opposition zu ihr gebärden. Weiterlesen »

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Feb 10 2008

lecktschmant im hünerhaus (kusskelbertate)

Eingestellt von michael perkampus in journal

kuss.jpg

Wenn’s uns mit dem Kuß so ergeht, als wärs zunächst ein Gruß von Innigkeit, sind wir dem Schlemmerwort „Lecktschmandt“ nicht mehr weit entfernt. Die Kusskelbertate ist nicht weit von der Hintertür entfernt und uns soll jetzt gar nichts anderes jucken als den Kuß auch auf die Liebe zu verweisen – mit deren Intension wächst auch die Bezeichnung des Kusses selbst. Weiterlesen »

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Feb 09 2008

Schriften zur Romantik VIII

Eingestellt von michael perkampus in journal

Mallarmé hat das Lesen immer wieder in ganz prägnanter Weise zum Thema gemacht. Er hat für die Poesie demonstrativ ein Geheimnis reklamiert und ihre Rezeption einer Extensivierung und Beschleunigung der Lektüre gegenübergestellt. Weiterlesen »

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Feb 07 2008

Schriften zur Romantik VII

Eingestellt von michael perkampus in journal

hoffmannEs wird Zeit, in aller Kürze dennoch, jene Geschichte anzusprechen, die ich neben einigen Poe-Texten wohl bis an mein Lebensende immer wieder lesen werde. Es ist, das vermag ich wohl zu sagen, die schönste Geschichte die ich jemals las und die mich seit früher Kindheit an begeistert und wieder und wieder diese ganz spezielle Sehnsucht in mir anfacht. Gemeint ist E.T.A Hoffmanns Goldener Topf. Von einer Lieblingsgeschichte zu sprechen klänge mir zu banal – da gibt es aberviele, die ich ebenfalls heranziehen wollte – aber die Besonderheit, die dem Goldenen Topf innewohnt, möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Freilich kennt man die Erzählung ohnedies als eines der schönsten Prosastücke deutscher Literatur und sie ist ja auch über alle Maßen berühmt, berühmter sogar als die Prinzessin Brambilla, bei der es heißt: Nichts ist langweiliger, als, festgewurzelt in den Boden, jedem Blick, jedem Wort Rede stehen zu müssen! Weiterlesen »

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Feb 06 2008

Die Themen mitgegeben

Eingestellt von michael perkampus in journal

Es gibt wesentliche Anhaltspunkte dafür, warum ich ausgerechnet zur Nachtseite der Naturwissenschaft, zu Romantik, Surrealismus, Tiefenpsychologie und Hypnose tendierte, die allesamt nicht zugeeignet, sondern bereits vorhandenes, noch nicht dechiffriertes Ideen- und Zeichengut im Kelch der Blume waren. Für mich ist es nicht allein eine Frage der Intelligenz, alles in einem großen Zusammenhang zu sehen und sich entschieden gegen Rationalismus und Materialismus zu stellen und es ist keine naturgemäße Opposition gegen die eiskalte Logik meines Vaters darin zu erkennen, denn gerade innerhalb der aufmerksamen Beteiligung an diesem Denkspiel, äußerten sich mir von Anfang an der entscheidende Fehler, der dem zugrunde lag, der ihm für seine Aufgabe als Ingenieur jedoch notwendig blieb und ihn ins Verderben führte. Weiterlesen »

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Jan 30 2008

Schriften zur Romantik VI

Eingestellt von michael perkampus in journal

(Der Venusberg)

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Indes ist es ein Irrtum, wenn die Romantik als Opposition zur Aufklärung dargestellt wird. Wenn es den Romantikern gelang, diese zu übertönen, so nicht durch die völlige Gegensätzlichkeit oder gar einer antiaufklärerischen Neigung. Vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall: Die Romantiker forderten, nicht halt zu machen vor der Nachtseite, dem Wilden, Dunklen, Fremden, sondern weiter zu gehen. In diesem Sinne wirkte die Romantik bei weitem aufklärerischer als die Aufklärung selbst, die sich ein sicheres Podest des Irdischen zu erbauen trachtete. Somit wird die Romantik zur Komplettierung der bürgerlichen Subjektproduktion, gerade dadurch, dass sie das Unbewusste der Aufklärung zu formulieren weiß und sozialhistorisch wie auch in ihrer psychogenetischen Entwicklung zu ihr geradezu in Wechselbeziehung steht. Weiterlesen »

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Jan 29 2008

Schriften zur Romantik V

Eingestellt von michael perkampus in journal

(Über die Selbstreflexivität)

Mit dem bereits erwähnten Athenäum-Fragment Nr. 116 setzt der Begriff der „progressiven Universalpoesie“ ein. Gemeint ist damit die Entgrenzung literarischer Gattungen, das vollkommen Wirken anhand der Aufhebung jeglicher Grenzen. Hier wird bereits einer Ganzheit vorgearbeitet, die sich bis in die heutige Naturheilkunde und die sogenannte Alternativmedizin hinein etablieren konnte, denn die Poetisierung des Lebens macht vor den durch den Rationalismus aufgebauten Grenzen im Alltäglichen nicht halt. Weiterlesen »

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