Jul 17 2007
Theatré des Vampires
Götz Schwirtz an Michael Perkampus (2005):
Ich bin der Mann mit den Füßen unter, ne na noch nicht, also mit dem Boden
unter den Füßen. Und muß dich dann immer von der Hotelbar und den ganzen
Brunis wegschleifen zum Auftritt. Dich schwankenden schiebe ich auf die
Bühne, dort trifft dich das Licht und du explodierst zu unglaublichem. Ich
bekomme von Sue in der Gasse noch einen tritt in die Eier und eine wundgebissene
Lippe um dir nach zu folgen und als Mittler zwischen dir und den Steinen
im Parkett zu wirken. ich bin die Schleuse, der durchsichtige Vorhang, sie
glauben ich sei sie, du glaubst ich bin du. Ich bin pudelwohl dazwischen.
an unseren Lippen sollen sie hängen.
Tänzerinnen werden weite Sprünge springen wenn du den Abraxas intonierst.
Das ist nur die Einleitung. Er wird dann zwei stunden lang durchgejodelt
und wellenförmig durch den Saal gebrüllt.
Am abend drauf, nachdem dich eine der Tänzerinnen im Wachkoma mitbringt,
Sue mich ebenfalls um den Verstand gevögelt hat, spielen wir mein Stück.
und zwar wir beide. Erst du den Mann, ich die Frau. Dann das ganze noch mal
andersherum. Inszeniert vom jeweils anderen. Die rennen uns die Bude ein.
Du arme Sau, du müßtest mein Zeug sprechen. Du bringst den Abgrund und
ich den (vermeintlichen) Boden. Auch in der Wirkung müßte das so sein.
Ich würde dich immer mildern und du wärest immer der andere. Schlimm?





