Archiv für die 'bestiarium' Kategorie

Mai 08 2008

Die kryptogeographische Methode kurz erklärt anhand des Breitlings

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Zähne und Klauen. – Die Seegurke rief mich. Sie ruft zunehmend lauter, aber ich lasse sie noch ein Weilchen quengeln, denn es ist etwas dazwischen gekommen, beziehungsweise mehrmals dazwischen gekommen, anhand dessen ich exemplarisch aufzeigen kann, wie der Kryptogeograph arbeitet. Die orthodoxen Wissenschaftler nennen es „Material und Methoden“ – heute werden wir keine Resultate präsentieren und deshalb auch nicht diskutieren, schlussfolgern und ausblicken. Es sei auch darauf hingewiesen, dass ein mehrmaliges Auftauchen eines Zeichens nicht a priori ein deutlicheres Zeichen ist als das einmalige Auftauchen desselben oder eines anderen Zeichens. Oft ist das Umgekehrte der Fall.

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Apr 30 2008

13 Sommer Inverness

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Zähne und Klauen. – Ich werde selten eingeladen, aber wenn, dann stets zu reichlich eigentümlichen Anlässen. Meistens zu solchen, für die eher festes Schuhwerk denn Abendgarderobe erforderlich ist. Warum man mir so viel zutraut? Sagen Sie es mir! Ich habe keine Ahnung. Es war wiedermal so weit, ich bekam Post und dachte zuerst, es handle sich um eine Hochzeit oder Taufe (wo ich doch in dem Alter bin, in dem man praktisch nur noch Todesanzeigen erhält, es ist wundervoll). Eine Karte aus schwerem rosafarbenem Büttenpapier, darauf ein Schwarzweiss-Foto in antiken Fotoecklein. Das Wesen auf dem Bild – es musste wohl ein Wesen sein – war nur vage zu erkennen. Es schwamm halb im Wasser und sah aus wie ein meergrüner Luftballon mit einem Stück vorgelagerten Gartenschlauchs. Mir schwante Unheil, und in der Tat:

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Apr 24 2008

Ganz früher war der Himmel schwarz

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Zähne und Klauen. – Eiterfreunde zu früh gefreut, heute erzähle ich. Meines Zeichens Kryptogeograph, kümmere ich mich auch mit vervĂ© um die Kryptozoologie, umfasst doch die Geographie die gesamte belebte und unbelebte Natur, die da auf Erden ist. Dass ich mich zeitlebens auf die Erde beschränken werde, kann ich nicht versprechen, aber vorerst bleiben wir einmal hinter unserer Haustür und linsen mit dem Periskop um die Ecke in den Dschungel hinaus.

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Apr 20 2008

Zähne und Klauen

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Hinter dem grüngestrichenen Provisorium der Raumzeit hangelt sich ein voller Mond empor, der sich gewaschen hat. Vor dieser Baracke, gelbe Fensterrahmen hat sie auch!, erstreckt sich P.-s ein- und ausladende Veranda, ja wirklich, sie erstreckt sich, so breit und lang, dass, wie man den Kopf auch wendet, keine Buchsbaumbegrenzung zu sehen ist. Wer weiss, vielleicht reicht sie rundherum! Diese Bodenplanken sind, mit Verlaub, nicht gerade klinisch sauber, und es riecht hier sympathisch. Immer bin ich zu früh dran und scheu, besonders wenn ich eine Einladung habe. Dennoch habe ich dem buckligen garçon schon einen Kelch vom Tablett geschnappt (es ist dunkel und das ist gut, ich möchte gar nicht wissen, was das für ein Saft ist!), laufe nun Slalom um die intermittierenden Kakteen und stolpere beinah über einen schlafenden Hund.

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