Babylon

Michael Perkampus
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Artikel der Kategorie ‘babylon’

Brainfalk

April 11, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

Nebenan huschten die Käfer in ihr Versteck, wenn Marion Brainfalk die Treppen hoch keuchte. Ein Flaggschiff von einem Weib, noch nicht von einem Ersatzleben ausgezehrt, denn das sollten wir ja erst erfinden. Noch bevor Belbo, Casaubon und Diatollevi alles in der Welt auf einen einzigen feststehenden Punkt im Universum schieben sollten und ein Feuerwerk der Analogien abfeuerten, schlugen wir uns bereits die Nächte um die Ohren und sorgten dafür, daß nicht wir, aber unser Umfeld langsam der Hysterie verfiel.
„Mit diesem ersten Essen gelangen wir auf seltsame Pfade.“
Wie ich meine Tage verbringe. Lesend, an die Blätter gefesselt. Jede Störung ist mir ein Schmerz in meiner Brust, die Wut entfacht und Abscheu. (more…)

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Grimoiren

April 09, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

Numa Pompilius, der sich mit der Nymphe Egeria verbuhlt hatte, studierte nicht wenig die Weisheiten der Assyrer. Er besaß von ihnen nun die Kunst der Erzeugung und Lenkung des Blitzes. Aber bereits sein Nachfolger im alten Rom, Tulius, lenkte den Blitz so schlecht, daß er von ihm erschlagen wurde und somit das Geheimnis verloren ging. (more…)

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Der Dolch

April 08, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

D

u gehst davon und hast schon deinen Dolch gezückt, und du nennst es Liebe. Liebe ist für dich das Dementieren von Desinteresse; deine Ungewißheit bist du selbst.

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Zauberbücher

April 07, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon 3 Kommentare →

„Wissen Sie nicht, wo ich Zauberbücher finden kann? Wissen Sie nicht, wo ich diesen Mann finden kann -: Reviere, Jaques Riviere, Quai Voltaire!“ Der Mann bückte sich zu Boden und sagte: „Wenn es wie ein Bass gebraucht, wie die Note einer schwarzen Orgel unter der Pedale eines großen Fußes – nicht derartig vom Leser empfunden wird, dann deshalb, weil Letzterer bloß der zurückgebliebene Flegel einer Fotze und der eingefleischte Stoff von Schweinen ist! (more…)

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Hinab

April 06, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

Das erste Kapitel trug den Titel: Hinab ins Kaninchenloch und als Alice der Meinung war, bis zum Mittelpunkt der Erde und darüber hinaus gelangen zu können, hegte ich den leisen Verdacht einer ersten Theorie: (more…)

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Die Iden des April

April 04, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon, hahn auf dem mist Noch keine Kommentare →

Ich war neun als ich meiner Mutter erzählte, der Wald spräche mit mir. Sie lachte, nahm mich ins Haus und stopfte meinen Mund mit Süßigkeiten aus. Aber auch schmatzend berichtete ich ihr, dass ich nun wüsste, dass es all diese Märchengestalten und Naturgeister, von denen Johanna, ihres Zeichens die Ewige Urgroßmutter, immer erzählte, wirklich gab. Das beunruhigte sie nicht wenig. Sie setzte sich zu mir an den Küchentisch – es war derselbe Tisch, auf dem ich vier Jahre zuvor das Schreiben erlernt hatte, oder vielmehr mit Wachsstiften die vorgegebenen Zeichen nachfuhr; Geheimnis der Welt, gleich hab ich dich. (more…)

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In Wilkinsons Bibliothek

März 28, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

„Ich erwartete etwas in der Art des Voynich-Manuskriptes.“
„Sie kennen es?“
„Wer sollte nicht schon davon gehört haben. Mit Bedauern habe ich verfolgt, wie man es nach 500 Jahren Unlesbarkeit nun als Schabernack abtut.“ (more…)

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Das Geheimnis, das nun folgt

März 21, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

Freilich, schreibt Rodriguez in sein Moleskin, hat mich Wilfrid J. Wilkinson verblüffen können. Ich aber glaube nicht an ein Buch, das niemals geschrieben wurde. Ich glaube, sie sind alle versammelt, auch die zukünftigen. Es gibt kein ungeschriebenes Buch. Aber es gibt ungeöffnete Türen. Mit Türen verhält es sich anders als mit Lektüre. Hinter den Türen wartet die Lektion, während die Lektüre, ähnlich wie das Denken, nur die Laterne ist. Die kann man sich an Fragen entzünden – die man aber nicht stellt, weil man gleich zur Antwort übergeht. Das Unsagbare sagen, ohne dass man überhaupt die Frage begreift. Aber die Frage war…
„Gehen wir“, sagte Wilkinson.
Die Frage war…
Und er ging zur rechten äusseren Tür, öffnete sie und sagte: „Kommen Sie.“
Ist das ein Geheimnis, was nun folgt?

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Drei Türen

März 20, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

„Sie sind tatsächlich mit Ihren Forschungen bis zu uns gelangt. Das ist doch ein wenig erstaunlich, wenn man bedenkt, dass man sich die Tür, durch die man geht, erst durch Taten verdienen muss. Oh nein“ – Wilkinson hob eine Hand, die steif war und die in einem weißen Lederhandschuh steckte, bevor er weitersprach: „Die Türen sind selbstverständlich immer da, nur der Durchgang ist nicht stets geöffnet. Ohne aktiviert zu sein, sind sie reine Attrappe.“ (more…)

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Notiz: Adam und Myrrha

März 19, 2008 Von: michael perkampus Kategorie: babylon Noch keine Kommentare →

Adam wusste, dass er nicht einfach zu ihr hingehen konnte, sie nicht einfach küssen konnte. Die Begegnung mit Myrrha fand in aller Öffentlichkeit statt und dennoch war sie geheim. Alle anderen sahen, wie sie sich aneinander vorbei bewegten, sahen, wie sie beiläufig redeten, hörten jedoch nicht die Töne hinter der Stirn.
Wenn Myrrha nun herginge, sich auf dem Klo einen Finger schöbe und diesen dann Adam im Vorbeigehen auf die Lippen presste, unbemerkt von allen. Nur ein Finger, der kurz und wie beiläufig eine Lippe berührt. Bereits Zeichen des sexuellen Zusammenspiels und ein Weg zur Ekstase. Immer noch geheim und aus diesem Grunde ungemein aufregend.
So aufregend, wie ein andermal wirklich die Lippen aufeinanderpressen zu können. Wieder heimlich, doch bereits drängender. Sie wartend in einem Zimmer, Adam betrunken in einem anderen, weil er den ganzen Abend seine Aufregung zu betäuben suchte.

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