Archiv für die 'apercus' Kategorie

Apr 13 2008

Erzählen (3)

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Die Theorien des Erzählens sind mannigfach. Das Erzählen ist, wie das Leben auch, ständigen Wandlungen unterworfen, ist vielleicht das Leben selbst, so wie der Eros die arché darstellt, Urstoff des Lebens, aber auch des Erzählens. Das Erzählen ist nicht weniger als ein Trieb, der sich insbesondere im Trennungsmythos offenbart, in dem sich das ganze Konzept der Liebesenergie als Wiederaneignung finden läßt. Weiterlesen »

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Apr 10 2008

Erzählen (2)

Eingestellt von michael perkampus in apercus

“Märchen bestehen eben nicht primär aus Texten. Erst die vielseitige Umsetzung eines Sinnzusammenhanges durch das Zusammenspiel von stimmlichen, mimischen und gestischen Ausdrucksmitteln und deren Einbettung in die jeweilige Situation ergeben jene Faszination, die beim Lesen kaum erlebt werden kann.”
Felix Karlinger

In obigem Zitat treffen wir auf das Erzählen als eine vorliterarische Form, Erzählen als Reden, lange bevor diese verschriftlicht werden kann. All das, was in diesem Zitat angemerkt wird, habe ich selbst oft genug festgestellt. Dann nämlich, wann immer man sich mit meinen Texten schwer tat, stand ich auf und las sie vor, erzählte sie. Die Wirkung ein und desselben Textes war nicht selten verblüffend, wenn ich ihn vor trug. Ich nehme an, es liegt an der Melodie, die das Wesen eines jeden Menschen voneinander unterscheidet, um nicht gar zu sagen: Jeder Mensch ist Klang, seine Seele ist Musik, das, was es zu erzählen gibt, ist eine Partitur – und die wird von unterschiedlichen Orchestern nun einmal auch unterschiedlich interpretiert. Ich unterscheide mich in erster Linie also von anderen Menschen durch eine eigentümliche Melodie, in der mein Denken, mein Wesen, mein Erzählen steckt. Weiterlesen »

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Apr 07 2008

Erzählen (1)

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Im Anfang war das Wort. Das Wort kommt ohne den Menschen aus. Die Welt allerdings konnte nur dadurch entstehen, dass der Mensch zum homo narrens wurde. Das Erzählen ist die Erschaffung der Welt, das Wort lediglich der Urstoff, aus dem die Welt wurde. Das Symbol des Erzählens ist der Ouroboros, denn wo immer der Menschengeist es unternommen hat, sich das Rätsel der Weltentstehung verständlich zu machen, wo immer er nach der arché, dem Urstoff forschte, blieb die Suggestivkraft eines Bildes von einem kosmogonischen Urmedium ungebrochen. Dieses Bild ist der Ozean und nicht zuletzt ein Seeungeheuer in Form einer gewaltigen Schlange. Und darin steckt bereits das Erzählen. Man erzählt sich von einem hermaphroditischen Drachenwurm, der sich zum Kreis schließt, indem er seinen eigenen Schwanz verschlingt. Erzählungen funktionieren so. Sie kehren wieder in unendlichen (ozeanischen) Variationen. Weiterlesen »

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Mrz 16 2008

Die Innamorata Adams

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Aufzeichnung zur Mitte der Unendlichkeit

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Die Kunst ist eine durch bestimmte Art des Denkens gestaltete Situation.
Eine bestimmte Art zu sehen darf sich nicht nach anderen richten, sie muß der eigenen Innenschau entsprechen. Man kann das Werk eines Dichters nur beurteilen, wenn man sein ganzes Schaffen kennt. Heute wird diese Tatsache sehr leicht übersehen und auch gar nicht mehr praktiziert. Man zieht einen Text, auch wenn er abgeschlossen erscheint, aus dem ganzen Kontext und glaubt zu verstehen. Nichts wird hier verstanden. Weiterlesen »

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Feb 13 2008

Werk in Bewegung

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Die romantische Dichtart ist noch im Werden; ja, das ist ihr eigentliches Wesen, dass sie ewig nur werden, nie vollendet sein kann.
- Friedrich Schlegel

Nun sind wir bei der Unterschreibung der Veranda, dem Werk in Bewegung. Weiterlesen »

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Dez 15 2007

In die Feder - ein Tropfen des Meeres

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Über das Gedicht sprechen, als könnte man es greifen, hört man an allen Ecken und Enden etwas wispern, flöten, gar tumulten, aber wieder vergessen; hört das eine nicht gern, vor allem dann, wenn es sich um deklarierte Standortbestimmungen des Gedichts handelt, wo doch eines fest steht: das Gedicht wird niemals einen Standort beziehen, niemals festsitzen in der Pfanne menschlichen Ermessens, das Gedicht will stets alles sein und ist eben nicht der Wort gewordene Moment, mit Zement wie eine Mauer hochgezogen. Weiterlesen »

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Nov 30 2007

Essenzen, I: Poesie und Menschwerdung

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Die Poesie ist die natürliche Sprache des Menschen. Sie unterscheidet sich von der Literatur darin, dass sie einerseits ein Teil davon ist, andererseits ihr gegenübersteht. Die Literatur ist nicht automatisch Poesie, heißt das, wohl aber ist Poesie das, was die Literatur ausmacht – ihr Credo und ihre endgültige Definition. Das, was nicht Poesie ist, ist auch nicht Literatur. Weiterlesen »

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Nov 11 2007

Die romantische Idee

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Die entscheidende Schwellenüberschreitung zur Überwindung der rationalistischen Beschränkungen wurde von Herder und Hamann geleistet. Auf ihren Theorien fußten dann wiederum Schlegels Sprachstudien, der somit zum Begründer der modernen Sprachbetrachtungen wird. Ohne die Konzeption Hamanns jedoch ist die romantische Idee, die Sprache erzeuge ihre Objekte, die Bestimmung des Dichters als Schöpfer einer höheren Realität nicht zu verstehen. Weiterlesen »

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Mai 27 2007

Die artistische Imagination

Eingestellt von michael perkampus in apercus

„Es wird der Unschuld und des Zornes einiger künftiger Menschen bedürfen, um am Surrealismus das freizulegen, was auch dann noch unfehlbar an ihm lebendig geblieben sein wird, seine Auswüchse unbarmherzig zu stutzen und ihn wieder auf sein eigentliches Ziel hinzulenken .“

-Andre Breton- Weiterlesen »

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Mai 26 2007

Das offene System

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Der entscheidende Vorstoß überkommene Romanmodelle aufzugeben geschah in den Jahren 1948 – 1963 in Frankreich und Lateinamerika. Auch wenn dieser Höhenkamm, der in Frankreich zum völligen erliegen kam, direkt in die amerikanische Postmoderne mündete, sowie der „Boom“ der Lateinamerikanischen Literatur von ihr abgelöst wurde, haben sich die Möglichkeiten des offenen Systems ebenso behaupten können wie die verschiedenen Spielarten des Surrealismus.

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