Apr
13
2008
Die Theorien des Erzählens sind mannigfach. Das Erzählen ist, wie das Leben auch, ständigen Wandlungen unterworfen, ist vielleicht das Leben selbst, so wie der Eros die arché darstellt, Urstoff des Lebens, aber auch des Erzählens. Das Erzählen ist nicht weniger als ein Trieb, der sich insbesondere im Trennungsmythos offenbart, in dem sich das ganze Konzept der Liebesenergie als Wiederaneignung finden läßt. Weiterlesen »
Rückblende: April, Sechzehn, Sieben (16. 04. 2007)
Tags:
edgar allan poe •
eros •
erzählung •
gian battista basile •
theorie
Apr
10
2008
“Märchen bestehen eben nicht primär aus Texten. Erst die vielseitige Umsetzung eines Sinnzusammenhanges durch das Zusammenspiel von stimmlichen, mimischen und gestischen Ausdrucksmitteln und deren Einbettung in die jeweilige Situation ergeben jene Faszination, die beim Lesen kaum erlebt werden kann.”
Felix Karlinger
In obigem Zitat treffen wir auf das Erzählen als eine vorliterarische Form, Erzählen als Reden, lange bevor diese verschriftlicht werden kann. All das, was in diesem Zitat angemerkt wird, habe ich selbst oft genug festgestellt. Dann nämlich, wann immer man sich mit meinen Texten schwer tat, stand ich auf und las sie vor, erzählte sie. Die Wirkung ein und desselben Textes war nicht selten verblüffend, wenn ich ihn vor trug. Ich nehme an, es liegt an der Melodie, die das Wesen eines jeden Menschen voneinander unterscheidet, um nicht gar zu sagen: Jeder Mensch ist Klang, seine Seele ist Musik, das, was es zu erzählen gibt, ist eine Partitur – und die wird von unterschiedlichen Orchestern nun einmal auch unterschiedlich interpretiert. Ich unterscheide mich in erster Linie also von anderen Menschen durch eine eigentümliche Melodie, in der mein Denken, mein Wesen, mein Erzählen steckt. Weiterlesen »
Rückblende: Zwei amerikanische Geschichten (14. 04. 2007)
Tags:
erzählung •
odysseus
Apr
07
2008
Im Anfang war das Wort. Das Wort kommt ohne den Menschen aus. Die Welt allerdings konnte nur dadurch entstehen, dass der Mensch zum homo narrens wurde. Das Erzählen ist die Erschaffung der Welt, das Wort lediglich der Urstoff, aus dem die Welt wurde. Das Symbol des Erzählens ist der Ouroboros, denn wo immer der Menschengeist es unternommen hat, sich das Rätsel der Weltentstehung verständlich zu machen, wo immer er nach der arché, dem Urstoff forschte, blieb die Suggestivkraft eines Bildes von einem kosmogonischen Urmedium ungebrochen. Dieses Bild ist der Ozean und nicht zuletzt ein Seeungeheuer in Form einer gewaltigen Schlange. Und darin steckt bereits das Erzählen. Man erzählt sich von einem hermaphroditischen Drachenwurm, der sich zum Kreis schließt, indem er seinen eigenen Schwanz verschlingt. Erzählungen funktionieren so. Sie kehren wieder in unendlichen (ozeanischen) Variationen. Weiterlesen »
Rückblende: April, Neun, Sieben (09. 04. 2007)
Tags:
erzählung •
herodot •
montaigne •
psammenitos •
theorie •
walter benjamin
Mrz
16
2008
Aufzeichnung zur Mitte der Unendlichkeit
-
Die Kunst ist eine durch bestimmte Art des Denkens gestaltete Situation.
Eine bestimmte Art zu sehen darf sich nicht nach anderen richten, sie muß der eigenen Innenschau entsprechen. Man kann das Werk eines Dichters nur beurteilen, wenn man sein ganzes Schaffen kennt. Heute wird diese Tatsache sehr leicht übersehen und auch gar nicht mehr praktiziert. Man zieht einen Text, auch wenn er abgeschlossen erscheint, aus dem ganzen Kontext und glaubt zu verstehen. Nichts wird hier verstanden. Weiterlesen »
Rückblende: März, Siebzehn, Sieben (17. 03. 2007)
Tags:
adam •
chamisso •
e.t.a. hoffmann •
edgar allan poe •
italo calvino •
theorie
Feb
13
2008
Die romantische Dichtart ist noch im Werden; ja, das ist ihr eigentliches Wesen, dass sie ewig nur werden, nie vollendet sein kann.
- Friedrich Schlegel
Nun sind wir bei der Unterschreibung der Veranda, dem Werk in Bewegung. Weiterlesen »
Rückblende: Der Magische Realismus (14. 02. 2007)
Tags:
novalis •
roman •
romantik •
schlegel •
weblog
Dez
15
2007
Über das Gedicht sprechen, als könnte man es greifen, hört man an allen Ecken und Enden etwas wispern, flöten, gar tumulten, aber wieder vergessen; hört das eine nicht gern, vor allem dann, wenn es sich um deklarierte Standortbestimmungen des Gedichts handelt, wo doch eines fest steht: das Gedicht wird niemals einen Standort beziehen, niemals festsitzen in der Pfanne menschlichen Ermessens, das Gedicht will stets alles sein und ist eben nicht der Wort gewordene Moment, mit Zement wie eine Mauer hochgezogen. Weiterlesen »
Tags:
essay •
gedichte •
theorie
Nov
30
2007
Die Poesie ist die natürliche Sprache des Menschen. Sie unterscheidet sich von der Literatur darin, dass sie einerseits ein Teil davon ist, andererseits ihr gegenübersteht. Die Literatur ist nicht automatisch Poesie, heißt das, wohl aber ist Poesie das, was die Literatur ausmacht – ihr Credo und ihre endgültige Definition. Das, was nicht Poesie ist, ist auch nicht Literatur. Weiterlesen »
Tags:
poesie •
theorie
Nov
11
2007
Die entscheidende Schwellenüberschreitung zur Überwindung der rationalistischen Beschränkungen wurde von Herder und Hamann geleistet. Auf ihren Theorien fußten dann wiederum Schlegels Sprachstudien, der somit zum Begründer der modernen Sprachbetrachtungen wird. Ohne die Konzeption Hamanns jedoch ist die romantische Idee, die Sprache erzeuge ihre Objekte, die Bestimmung des Dichters als Schöpfer einer höheren Realität nicht zu verstehen. Weiterlesen »
Tags:
hamann •
herder •
romantik •
schlegel •
theorie
Mai
27
2007
„Es wird der Unschuld und des Zornes einiger künftiger Menschen bedürfen, um am Surrealismus das freizulegen, was auch dann noch unfehlbar an ihm lebendig geblieben sein wird, seine Auswüchse unbarmherzig zu stutzen und ihn wieder auf sein eigentliches Ziel hinzulenken .“
-Andre Breton- Weiterlesen »
Tags:
andré breton •
essay •
husserl •
luis aragon •
surrealismus •
theorie
Mai
26
2007
Der entscheidende Vorstoß überkommene Romanmodelle aufzugeben geschah in den Jahren 1948 – 1963 in Frankreich und Lateinamerika. Auch wenn dieser Höhenkamm, der in Frankreich zum völligen erliegen kam, direkt in die amerikanische Postmoderne mündete, sowie der „Boom“ der Lateinamerikanischen Literatur von ihr abgelöst wurde, haben sich die Möglichkeiten des offenen Systems ebenso behaupten können wie die verschiedenen Spielarten des Surrealismus.
Tags:
postmoderne •
surrealismus