Der Dolch
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u gehst davon und hast schon deinen Dolch gezückt, und du nennst es Liebe. Liebe ist für dich das Dementieren von Desinteresse; deine Ungewißheit bist du selbst.
Du gehst davon – dein Dolch reißt die besten Wunden, denn dein Dolch ist in Wirklichkeit kein Dolch, den man in den Leib versenkt; dein Dolch ist ein Dolch, der an dir hängt wie ein Arm, ein Finger, der zu dir gehört und den du ebensowenig wahrnimmst wie deine inneren Organe. Du merkst nicht, wie du diesen Dolch benutzt. Das Leben gehört dir, was sich darin finden läßt, gehört dir, deine Zweifel gehören dir. Sie sind der Dolch, der jede Wahrheit zerschneidet. Liebe wird durch dich zu einem Gedankenspiel. Deine Liebe braucht meine Säfte nicht, meinen Körper nicht. Deshalb der Dolch. Du gehst, stehst auf und gehst.
„Werden wir uns wiedersehen?“
„Ja.“
Und es stimmt. In tausend Jahren, wenn die Wunden verheilt sind.


