Archiv von April, 2008

Apr 30 2008

13 Sommer Inverness

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Zähne und Klauen. – Ich werde selten eingeladen, aber wenn, dann stets zu reichlich eigentümlichen Anlässen. Meistens zu solchen, für die eher festes Schuhwerk denn Abendgarderobe erforderlich ist. Warum man mir so viel zutraut? Sagen Sie es mir! Ich habe keine Ahnung. Es war wiedermal so weit, ich bekam Post und dachte zuerst, es handle sich um eine Hochzeit oder Taufe (wo ich doch in dem Alter bin, in dem man praktisch nur noch Todesanzeigen erhält, es ist wundervoll). Eine Karte aus schwerem rosafarbenem Büttenpapier, darauf ein Schwarzweiss-Foto in antiken Fotoecklein. Das Wesen auf dem Bild – es musste wohl ein Wesen sein – war nur vage zu erkennen. Es schwamm halb im Wasser und sah aus wie ein meergrüner Luftballon mit einem Stück vorgelagerten Gartenschlauchs. Mir schwante Unheil, und in der Tat:

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Apr 30 2008

Prunus

Erst hatte er es mit Murmelspielen, Käfersammeln, Münzenrollen, Dachrinnenklettern, Maulbeersammeln, Kuselbemalen, Eierstapeln, Pfützenausheben, Blütenstaubschnupfen, Schneeballessen, Dachpfannenskaten, umgekehrt schlafen, Joghurtbechertelefonieren, Ziegenreiten, und noch diverser anderer Beschäftigungen mehr versucht. Dann aber dämmerte es ihm: er würde schreiben.

“Also, wenn du schreiben willst,” sagte Simon Tinckerbell zu Cornelius Schlehenfeuer, “dann brauchst du vorweg erst einmal einen Namen. So kam es, dass Cornelius sich fortan Prunus Spinosa nennen wollte, was ja nicht wenig mit seinem Namen zu tun hatte.

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Apr 29 2008

April, Neunundzwanzig, Acht

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

heute in zürich.

Meine Arbeiten sind Resultate
von Beschäftigungen mit existentiellen Themen und
Dingen, die mich in der Selbstverständlichkeit meines
Daseins verunsichern. Dabei lasse ich mich weniger nur
von Kunst inspirieren als von dem, was ich schlicht als
Welt bezeichnen würde. Wittgenstein sagte: ›Welt ist
alles, was der Fall ist.‹ Ich würde es anders formulieren:
Welt ist, was mich befällt. Sie stellt mir als Mensch und
Künstlerin philosophische Fragen zur Gesellschaft, von
der auch ich ein Teil bin.
Bei der Verarbeitung von Welt spielt das Medium in
der Kunst eine wichtige Rolle.

sagt  BRIGITTE DÄTWYLER im Vorwort ihrer Diplomarbeit Beliebigkeit Vs Fortschritt. Das machte mich neugierig. Also treffe ich mich heute mit ihr.

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Apr 28 2008

Neu in der Edition

Heute in der EDITION NEUE MODERNE erschienen:

Benjamin Stein - Ein anderes Blau

sowie

Michael Perkampus - Die Geschichte des Uhrenträgers, 2. Auflage

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Apr 27 2008

Psychotonikum

Eingestellt von michael perkampus in short cuts

Jetzt hämmern sie wieder gegen die Tür. Sie wissen uns erschrocken und zusammengekauert dahinter. Die Tür zu öffnen wäre leicht, aber weniger unheimlich. Die plötzlich auftauchende Gefahr verwandelt sich augenblicklich in eine physiologische Komponente, das Psychotonikum jedoch heißt Ankündigung. Weiterlesen »

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Apr 26 2008

Simon Tinkerbell - Katastrophen der Leidenschaft

Sie sah mich an. Anderen war sie versprochen. Anderen. Und weil in mir alle sind, kann sie mit mir allein nicht ihr großes Haus bewohnen.

Ich erinnere mich an eine Geschichte. Wieder ist es eine Liebesgeschichte - vielleicht ist es sogar eine moralische Geschichte, aber das war mir zum Zeitpunkt der Lektüre noch nicht klar: Weiterlesen »

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Apr 26 2008

Der erste Zyklus

Eingestellt von markus a. hediger in rio rumble

rio rumble

1

Es scheint Phasen des Schreibens und Phasen des Handelns zu geben. Phasen heftigen Drängens entweder zum einen oder zum andern.

2

Schreiben über Geschehenes mündet in Zu-Tuendes. Für mich ein Anzeichen dafür, dass das Geschriebene seinen Zweck erfüllt hat: Fiktion realisiert sich. Weiterlesen »

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Apr 25 2008

Wolf aus Erz (Paraphrase I)

Eingestellt von michael perkampus in babylon

Erst war es still und dann fegte ein schneidender Ton durch die Luft. Ein Ledergürtel. Klatschen. Schreien und Poltern. Das war oben. Von unten hörte man nie etwas; die unten erduldeten alles mit Gleichmut oder ihnen wurde der Mund zugehalten. Weinen. Lederzischen. Klatschen. Schluchzen. Die Zikaden aus dem Takt geraten.
Damals war es mir so vor gekommen, als hätte das Gras gesungen, steckte voller heißem Sommer. Derart trocken und am Abend Gesang. Land des Mißbrauchs. Weiterlesen »

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Apr 24 2008

Ganz früher war der Himmel schwarz

bestiarium_wappen.jpg

Zähne und Klauen. – Eiterfreunde zu früh gefreut, heute erzähle ich. Meines Zeichens Kryptogeograph, kümmere ich mich auch mit vervé um die Kryptozoologie, umfasst doch die Geographie die gesamte belebte und unbelebte Natur, die da auf Erden ist. Dass ich mich zeitlebens auf die Erde beschränken werde, kann ich nicht versprechen, aber vorerst bleiben wir einmal hinter unserer Haustür und linsen mit dem Periskop um die Ecke in den Dschungel hinaus.

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Apr 22 2008

Gespenst versus Loup-Garou

Eingestellt von michael perkampus in zersetzung

Ich weiß nicht, was mich bewegt, was mich bewegen könnte, was mich bewegen sollte. Mein eigenes Werk ist mir mein größtes Rätsel. Ich glaube aber, daß es eben dieses Werk ist, das mich von der Welt trennt.
Ich bin wie ein Gespenst und jene, die mich wahrnehmen, sind solche, die Gespenster sehen können. Weiterlesen »

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