Es wäre ein Wagnis
Erste Retonde
(Gestrichener erster Versuch einer thematischen Einkreisung zu einem Vorwort für die Zeitschrift SPELUNKENTRIBUNAL - näheres dazu in Futura.)
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Es wäre ein Wagnis, das zu tun, was wir tun, lebten wir nicht in der Zeit, in die es uns nun einmal verschlagen hat. Das Fröhliche entdecken wir längst im Tragischen und obwohl wir annehmen, dass uns die Uhren immer noch gleich gehen wie seit dem Anbeginn aller Zeiten (Sie merken den Plural?), wissen wir, unabhängig der Dominanz der- nennen wir sie geruhig: Wirschaftszeit -, dass dort wo man uns etwas sagt, etwas nicht stimmt.
Heute ist es kein Wagnis mehr, zu tun, was immer man beliebt und zu sein, wer immer man beliebt.
Heute haben wir die Beliebigkeit bereits mit dem scheinbaren Widerspruch der Gleichheit identifiziert, weil wir wissen, dass alles gleich beliebig, nichts aber beliebig gleich ist – und das tröstet uns. Das Individuum hat vor der individuellen Welt kapituliert, wäre es doch aber seine eigentliche Natur – die individuelle Welt: die Alma Mater dessen, aus dem er sich hinausevolutioniert hat und gleichzeitig das, was er sich neu zu erringen sucht: die Durchschaubarkeit des Chaos, dem er nicht entweichen kann. Die Panik lässt ihn also zur Ordnung schreiten, er wird ein vernünftiger Mensch, fickt eine vernünftige Frau, die ihm vernünftige Kinder in eine vernünftige Welt setzt… man fragt sich, warum wir nicht lieber auf den Bäumen geblieben sind.
Sehen wir uns das an:
Jeder erlernt eine Sprache und nennt diese dann richtig: die Muttersprache. Das schöne Wort ändert aber nichts daran, dass man von Anfang an erzählt bekommt – korrekterweise von vernünftigen Menschen – die Sprache diene der Kommunikation. Man erlernt, nach dem zu fragen, was man gesagtbekommener Weise, zu fragen hat. Man lernt also, seine eigenen Fragen nach den Interessen des Anderen auszurichten. Man fragt aber zwischendrin auch solche Sachen: Warum darf ich nicht über diese Wiese gehen? – um die Antwort zu erhaschen: Wenn das jeder so mächte…
Wenn das jeder so mächte, sapperlot!- dann bekämen wir die Welt zu spüren, neue Regeln müssten her, eine neue Wiese in der Stadt angesamt werden, die Generation der Wiesengeher wäre geboren und es scheint mir, als wäre das nach der Single-Generation, also der Einsamen-Generation, eine willkommene Abwechslung, ohne gleich zum Blumenkind zu retroieren. Sagen wir: die solln sich Kartoffelgestecke ins Haar tun, sie sollen zeigen, wo der Nachtschatten wächst.


