Archiv von März, 2008

Mrz 31 2008

März, Eindunddreissig, Acht

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Es ist die zyklisch wiederkehrende  Frage, was ich mit diesem Weblog anfangen soll, die mich seit einigen Tagen nun wieder einmal zu beschäftigen weiß. Mein gegenwärtiges Tun macht mir dergestalt wenig Sinn und ein erster Schritt wird sein, dass ich vermutlich morgen und übermorgen meine letzten Texte einstelle, die zu meinem Werk zu zählen sind. Für die Weiterführung kämen andere Aspekte in Frage; die Überlegung, ob ich fortan nur noch einmal Wöchentlich (oder unregelmäßig) das Journal bedienen soll, oder ob ich gar keine Artikel mehr schreibe, sondern das Weblog als Werktagebuch weiterlaufen lasse. Das wird allerdings nur für mich selbst oder für Forschungszwecke interessant sein. Weiterlesen »

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Mrz 31 2008

Sind es hier die Penumbren

Eingestellt von markus a. hediger in rio rumble

rio rumble

1

In der Notaufnahme des Spitals lagen Kinder, Kinder, Kinder. Um die Betten herum standen, sassen besorgte Eltern, Grosseltern, hielten den jammernden Zöglingen die Hände, kühlten ihnen die fiebernde Stirn. Als wir um zehn Uhr morgens mit unserer Tochter eintrafen, waren die Verwandten bereits hinausgebeten und die Direktive ausgegeben worden, nur ein Elternteil dürfe beim Kind bleiben, so voll war es. Weiterlesen »

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Mrz 30 2008

März, Dreissig, Acht

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Es ist klar, dass ich als Autor über Sprache reflektiere und es ist klar, dass ich mich innerhalb der Literaturgeschichte nur dessen bediene, das meinem Denken entspricht. Es ist also anders herum zu sagen: Nicht prägt mich eine Tradition, eine Linie, sondern ich denke und suche nach jenem, das meinem Denken entspricht. Das ist ein ungeheuerlicher Unterschied, der die Zeitstruktur bereits aufhebt, in dem der Ausgangspunkt immer ich bin. So kann ich sagen, dass ich einen wesentlichen Einfluss auf ETA Hoffmann, Borges, Poe und Cortazàr ausübte.
Sprechen und Erkennen sind Gegenpositionen. Wir appellieren vokativ und imperativ, unsere Interjektionen sind Ausdruck oder Emotion.
*
Nyctanthes in dieser Form nicht zu gebrauchen. Ich suche nach einer Verbindung zur Erzählung DAS KARUSSELL MIT DEN SCHÖNEN PFERDEN.

15.38

Das macht sich sehr gut aus, Nycanthes in das Karussell einzuweben, so dass ich letztgenannte, unfertige Erzählung heute abschließen kann. Wenn man bedenkt, dass für die Grundlage eine Art Verzweiflung herhalten musste und der fehlende Teil dann aus einer verlängerten Form, also einer verzweifelten Wut entstand, ist das nicht wenig erstaunlich. Nicht weniger erstaunlich, wie alles, was die Muse bisher mit mir trieb.

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Mrz 30 2008

Kriegstgleichamallaba

Wir können nicht mehr zurück. Wir haben es angefangen, jetzt müssen wir weiter. Wir haben uns in den Abgrund fallen lassen, die Zeit ist eine einzige Schleuderei geworden.
Herausfinden was das alles soll - eigentlich unmöglich. Alles soll alles; und das soll wiederum nichts, zumindest nicht zu viel darüber hinaus. Weiterlesen »

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Mrz 29 2008

Nyctanthes -5-

Deine Gestalt nebelt auf mich zu und spricht während des Wallens der Legenden. Im Traum, ich gebe es zu, ist mir alles ein Gesang und jedes Bild erschallt. Als die Sprache noch Bild, als die Musik noch der Rhythmus der Jagd, des Ganges, des Atems war, der Gesang ein zufriedenes Grunzen. Und du erscheinst wie ein Edelmetall in der Asche, dem Rauch meiner Einbildung und ich kannte dich schon und du kanntest mich. „In einem anderen Leben an einem anderen Ort, wer weiß, was aus uns geworden wäre.“ Deine Worte von den Lippen oder war‘s ein Schrieb? Wir schrieben an uns hin: Berührungen, die wir nicht tauschen konnten. Wir gaben uns im Beisein unserer Worte, sandten uns mit, wenn wir uns Briefe schickten. Die Welt bewegt sich in unsere Richtung. Der Gedanke begründet die Welt, die Welt besteht aus Sprache. Wo die Sprache endet, endet die Welt.
Weißt du noch, wo wir hingefegt wurden? Konnten nur ins Herz uns zurückziehen, wenn Sturm. Die Läden schließen.
Und jetzt, ja, und jetzt küsse mich.
Und jetzt, ja, und jetzt.
Der Traum ist eine gute Strategie.

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Mrz 28 2008

März, Achtundzwanzig, Acht

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Die Nyctanthes ist eine Nachtblume. Der Hintergrund der gerade eben niedergeschriebenen Skizze, deren erste vier Teile ich in Echtzeit hier einstellte und die natürlich noch eine gehörige Portion Überarbeitung benötigt, ehe sie auch nur annähernd etwas darstellt, ist folgender:
Ein Statthalter, Parizâtacus genannt, hatte eine wunderschöne Tochter, die sich auf das Heftigste in die Sonne verliebte (hier allerdings als männliches Attribut “Apoll”) und von dieser (der Sonne) geschwängert wurde. Da er (Apoll) sie aber verließ, tötete die schöne Satrape sich selbst. Aus ihrer Asche erwuchs jener Trauerbaum, dessen Blumen die Sonne scheuen und die in der Nacht schillern und leuchten und duften. Weiterlesen »

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Mrz 28 2008

Nyctanthes -4-

Das Brodeln aber, dass in mir den Glockenschlag neu ausrichtete, während es die Zeit anhielt, um mich an etwas zu erinnern, an etwas zu erinnern, dass dort in diesem Gesicht eingeschrieben stand, kochte in mir ein Kraut der Besinnungslosigkeit, so dass ich, völlig entgegen meiner Art und wie beiläufig, eine Zeile niederschrieb, die doch nur meine Unbedarftheit zum Ausdruck bringen konnte, in der Absicht, diesem Wesen mitzuteilen, dass es mich gab, dass ich hier sei, auf einem Planeten angekommen, den wir uns fortan teilen könnten, dass ich gelesen hätte, was ihre Blicke mich aufforderten, zu tun, nämlich anzukommen und mich umgehend mit ihr in Verbindung zu setzen. Kaum muss ich erwähnen, dass diese meine Zeile ebenso sinnlos wie einfach wie einfältig wie grandios nichtsnutzig unter meiner Hand auftauchte und dass ich, der ich die Äpfel von den Bäumen reden konnte, nun zu einem stammelnden Idioten ward im Angesicht meiner Göttin, die vielleicht immer noch ruhig schlafen konnte, wie ich zu diesem Zeitpunkt nie mehr – das heißt: nur in ihren Armen.

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Mrz 28 2008

Nyctanthes -3-

Sie, die ich von nun an lieben sollte, begegnete mir auf einer Fotografie, als ich wie beiläufig einen Katalog durchblätterte um, ich weiß nicht mehr was, zu suchen. Weiterlesen »

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Mrz 28 2008

Nyctanthes -2-

Die Freiheit, die man gerne leugnet, besteht darin, sich in jeder Sekunde entscheiden zu können, was man als nächstes tut, ja, dass man bei einer Entscheidung oftmals ganz ohne Gedanken auskommt. Es mag uns scheinen, als dränge etwas wie ein Vulkan zur Eruption. Nur die Intensität markiert den Unterschied. Weiterlesen »

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Mrz 28 2008

Nyctanthes -1-

Noch konnte ich ruhig schlafen, denn ich sollte dich erst am nächsten Tage kennen lernen. Wie aufgepeitscht ein Leben sein kann, zeigte am folgenden Tag jedoch der Beginn einer unzulänglichen Liebelei, die mir heftiger nie begegnet, die aber weniger gelebt, als sie sich nur und beinahe ausschließlich im Kopfe einzunisten wusste. Weiterlesen »

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