Timber - 14. Mondbaum (Die Glyphen von L’abyr -5-)
Im Vollkornlicht reißt unter der Decke
Der Nacht ein blankes Licht hervor
Den Hain bewirft ein helles Rinnsal
Teilt sich nun von Baum zu Baum
Die Höhle sah aus
Als wäre sie von tausend Lampions erleuchtet
Der Garten quakte
Neue Sprösslinge in die Atmosphäre hinaus
Trennte sich leise brüllend von seinem Erbholz
Das Badewasser eines neugeborenen Mädchens
Hingegossen zu Füßen des Mondbaums
Damit es schön und edel werde
Und nun dies:
Bestürzt beschürzt vertanzt ganz weiß
Schleierne Mägde zelebramahnen -
Rituale, abgesprochen
Kerbende Weiber verritzen ein Bildnis
Gottgleich rauscht ein silbernes Licht
Gebärdenhände verfeiern die Stunden
Ein neuer Tag verzehrter Lust
Im Äther knetet und walkt das Gehäuse
Dem Drängen ergeben Kirschen hervor
Der Mond ballt das Wasser zu Ufergestaden
Und spült eine einsame Insel herauf
Man mag sie nicht sehen, man mag sie nicht kennen
Gedanken sind eilig zuhauf schon an Land
Sie werden zu Brüdern, sie paaren sich lauter
Als magischer Regen den Spiegelglanz bricht
Ein Riese erhebt sich voll Kirschengezweig
Und steht mit den Beinen im Magma
Er wuchert nach oben in das Ozon
Wo er Sphären und Bögen zerschleißt
Aus der Höhle heraus blickt das Augenobst
Szenerien hinfort, Wunschgebärden herbei
Die Flammen der Geburt
Röcheln in den Erdkanal:
…utera, utera, zere-b(e)rum ! monie! mondin! mona! luna!
…utera, utera, soma-somnam !huri! hura! häter-ia!
Die SCHÖNE ist da!
Die Kirschgeborene!


