Werk in Bewegung
Die romantische Dichtart ist noch im Werden; ja, das ist ihr eigentliches Wesen, dass sie ewig nur werden, nie vollendet sein kann.
- Friedrich Schlegel
Nun sind wir bei der Unterschreibung der Veranda, dem Werk in Bewegung.
Die Poesie nimmt in der Kultur die höchste Stufe ein. Sie kann das nur, wenn sie Universalpoesie im Sinne der Vermischung aller Gattungen ist und darüberhinaus auch andere Trennungen aufhebt bis hin zu der von Poesie und Leben. Sie tut es, indem sie sich im Dargestellten verwirklicht und den Geist des Autors vollständig auszudrücken vermag. Jeder, der sich dieser Aufgabe nicht stellt, ist für mich als Dichter völlig inakzeptabel und nutzlos. Romantische Poesie umfasst als Transzendentalpoesie all das, was sie als Hervorbringung auch selbst reflektiert, sie ist Produkt und Produzierendes, Subjekt und Objekt in einem.
Erst wenn das Werk in sich selbst reflektiert wird, ist es romantisch ohne Einschränkungen. In diesem Sinne lässt sich festhalten, dass selbst der grösste Teil der postmodernen Literatur in ihrem Kern und in Poetologie romantisch ist.
Gerade in jenen Tagen, da der Gehalt auf dem Leben als Roman liegt (kaum verwandelt bei Alban Nikolai Herbst zu sehen), sieht man sich leicht an ein Fragment Novalis’ erinnert.
Wer das Leben anders, als eine sich selbst vernichtende Illusion ansieht, ist noch selbst im Leben befangen. Das Leben soll kein uns gegebener, sondern ein von uns gemachter Roman sein.
Die Verbindung von Einheit und unendlicher Fülle, die dem Werk Unerschöpflichkeit verleiht; sie Struktur der poetischen Vermittlung zwischen Endlichem und Unendlichem, realem und idealem Interesse eröffnet eine prinzipiell unendliche Reihe, wie sie kaum besser als in einem Weblog dargestellt werden könnte, weil es in seiner Unabschliessbarkeit bereits über das begrenzte Buch hinausweist.
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