Kleine Gattungsgaunerei über die “Semmel”
Surrealismus
Die Semmel, die aus der Türe ragt und läutet. Unter ihr der Nabel, in den ich meine Angel hinunterlasse. Ein Rasen ist zu mähen.
Realismus
Die Semmel liegt auf dem Tisch aus Holz. Sie ist nicht ganz akkurat geformt und es ist eine Schande, dass sie auf diesem Rechteck bester Buche mit ihrer fehlerhaften Rundung liegt. Der Tisch selbst, 1, 30 hoch, stabil und ohne Astlöcher lässt die vierköpfige Familie jeden Morgen um Punkt acht Uhr aus verschiedenen Türrahmen treten.
Naturalismus
Wie die Peitsche ihr die Striemen riss, wenn sie nur eine Minute zu spät in der Semmelstube stand. Sie vergas nie ihre Narben, Sklavenkind, das Nachts nur weint, wenn sie den Schorf von ihren Wunden kratzt.
Romantik
Oh, träumte mir nicht von dir? Ein Zauber war um dich geworfen, als ich dich in der kleinen Backstube fand und mit dem letztem Schilling mir eigen machte. Im Traum sah ich die Perle in dir ruhn. Wer sie wohl dort verbarg?



Februar 11th, 2008 at 19:58
ich weiss, ich lese flatterhaft, doch in dieser Überschrift legte sich mir ein Lächeln über die Stirne und ich las das Wort der Semmel als Samurei, ev. wegen der Endung in den Anfang des Wortes Gaunerei. Nun denn, das Ehrenhafte lag im Titel dieses kleinen Wortes und die Romantik tat sein letztes, auf dass ich in die Küche lief.
grüsse viele
nachtigall