Archiv von Dezember, 2007

Dez 30 2007

Der Vernunft den Garaus

Als es begann, war es nicht mehr aufzuhalten und noch heute weiß ich nicht, was es eigentlich zu bedeuten hatte. Ich konnte keine wirkliche Erkenntnis daraus ziehen, nichts, das es zu lernen galt, außer, dass die wahre Liebe so unwahrscheinlich sein musste, dass sie nur ausgedacht sein konnte. Ausgedacht von jenen, die sich wünschten, es wäre etwas an ihr, das alles überleben könnte. Ausgedacht von jenen, die der Meinung waren, der wirkliche Sinn des Lebens bestünde darin, seine andere Hälfte zu finden und alles andere wäre ausschließlich Beiwerk. Ausgedacht von mir. Weiterlesen »

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Dez 30 2007

Dezember, Dreissig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Zinn Ader Dur unter Downloads. (pdf)

17.21

Ich muss Adam sein Ziel erreichen lassen, muss ihm seine Entbehrungen vergelten, bis zum Ende, und dann, das Ziel vor Augen, muss ich es ihm wegnehmen. Aber dann, was geschieht? Ich glaube, er muss sterben im Angesicht der Sinnlosigkeit all seines Strebens. Ich glaube, die Sinnlosigkeit ist das Massaker des Geistes. Das für-etwas-leben, auch wenn es dieses “für” nicht gibt. Dann die Frage: was war vorher, als er sein Ziel gar nicht kannte. Es wird nicht helfen, sein Ziel war immer schon sein Ziel, der Anfang ist die Ewigkeit, ob es ihm je bewusst war oder nicht. Ein Ziel wie eine Prüfung, so dass die Sinnlosigkeit ausgeschlossen werden kann. Macht er selbst einen Fehler, verschwindet das Ziel. Weil er aber nichts von diesem Fehler wissen kann, bis das Ziel, bereits vor Augen, verschwindet. Dann die Erkenntnis (die für ihn aber unverstanden bleibt) und Rekapitulation, schließlich Kapitulation, Nichtumkehrbarkeit auch hier. Das Geschehen ist geschehen. Ihn fortzuschreiben hieße, aufgeben, ihn liegen zulassen, hieße dasselbe. Es ist nur die Wahl des Untergangs. Die hat er frei.

“Und ich bin wie an einem Klavier sitzend und an den Worten - ein Klang, Ton oder Wort, ist auch immer eine inwendige Stimme, hinaus gerufen in den leeren Raum. Wie leer ist der Raum? So leer, wie jemand, der nicht da ist, ein Wort zu fangen, um es zurückzuwerfen, so leer ist der Raum, wie jemand, der sich versteckt. Die Liebe meines Lebens getroffen und an ihr zerbrochen.”

Das darf er jedoch nicht sagen. Zu wem sollte er es sagen? Wem sollte er es erklären wollen? Es müssen Bilder sein und die Bilder müssen ihn erdrücken. Adam darf weder denken noch sprechen noch handeln.

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Dez 29 2007

Zinn Ader Dur - Paraphrasen VI

Ich bin. Und du bist nicht, was ich nicht auch bin. Ich bewohne staubige Pfannen, abgelegte Schuhe, Ritzen und Löcher, die vor der Wahl einer immerwährenden Schwärze stehen oder dem entdeckt werden. Du entdecke mich. In diesen Schrank hänge ich dir Kleider und eine Larve, die du wählst, wenn du mehr sein möchtest als der Duft in meiner Erinnerung. Sei mir dein Körper, sei mir all das Leben, das wir beide nicht haben. Sei in einem Moment, der nie vergeht, was ich bin. Lass uns Schatten sein und mehr tun, als Schatten wagen. Ich wage mehr als Schatten wagen.

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Dez 29 2007

Zinn Ader Dur - Paraphrasen V

Begehren, was man sieht; und ich begehre, was längst in mir angelegt ist. Mein Sehen ist Erkennen; die Rosalinde, die nicht den Schwestern folgt, die Rosalinde, die im Schlaf den Schatten kennt, die in den Traum hinaus wandert ohne sie verstümmelnde Kleider und Schleifen im Haar, die sich die Haare von Lichtern binden lässt, nicht von den Händen der Zofen, nicht von den stummen Dienerinnen mit den anerzogenen Larven, dem Stück Seife, dem das Öl folgt.
Im Traum hinterließ sie ihren Duft, ich folgte ihren Pfaden.

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Dez 28 2007

deine unbekannten uhren

Eingestellt von michael perkampus in l-irr-ick

ich weiß
ja
du kannst es nicht verstehen, aber
die uhren ticken laut Weiterlesen »

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Dez 28 2007

Zinn Ader Dur - Paraphrasen IV

Der Garten wie ein Schwanenteich, die Rosalinden wie ein Geflatter über den feuchten Beeten, mit dem Anspruch, nur schön zu sein und den Liebreiz auszudrücken. Ihre Bewegungen sind wie ein konzentrierter Duft und ihre Augen mit perlendem und frischem Wasser vergleichbar, das aus den Gletschern rinnt, wenn ein Tag, der Unendlichkeit bedeutet, der Sonne gestattet, unsere Nacht als Raum zu nutzen, um uns alle darin sehend zu machen.

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Dez 28 2007

Zinn Ader Dur - Paraphrasen III

Nichts wird nur einmal gewagt, immer wieder gibt es Zorn, der gewinnt, immer wieder gibt es Wagnisse, die aus dem Zorn herausführen, Verwandlungen, Lieben, die darum flehen, erfüllt zu werden, zornige Lieben, die sich nehmen, was ihnen das Leben nicht freiwillig gibt, zärtliche Lieben, die den Beton nicht durchdringen können und verblühen, echte Lieben und falsche Lieben, Zorn, der nur Verzweiflung ist und Zorn, der einer Liebe weicht.

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Dez 28 2007

Kulisse des Traumas

Eingestellt von michael perkampus in babylon

Im zweiten Kapitel Wolf aus Erz, kommen neben Adam folgende Personen vor:
Zunächst der unbenannte Bruder Adams. Der Text wechselt hier die Perspektiven in einer art Rolle, ähnlich eines Teiges, der geknetet wird. Die wörtliche Rede ist nicht immer gekennzeichnet und geht in den Fließtext über. Weiterlesen »

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Dez 27 2007

Zinn Ader Dur - Paraphrasen II

Ich erkannte vor den Türen die Schatten, ich erkannte hinter den Türen den Staub. Ich blickte durch Fenster der Blindheit und sah sie liegen und atmen, beschienen von einem letzten Glühen der Kohlen, eingewärmt in Bett und Haus. Die Schatten grüßte ich und sprach sie an.

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Dez 27 2007

Dezember, Siebenundzwanzig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

00.15

diesseits: vakuum. was ich erreichen könnte, denkend; was ich erreichen will, denkend. jetzt überschwemme ich mich. ich schreibe es auf, damit ich es nicht vergesse. aber ich schreibe es nicht, damit ich es vergesse. dann beobachte ich, was um mich herum geschieht. dann gehe ich dort hin, wo um mich herum etwas geschieht, damit ich geschehe. aber ich geschehe nicht. warum ich nicht geschehe, denkend. nicht gut, hervorzutreten, unmaskiert. man kann sich dann nicht mehr verbergen, man kann überall getroffen werden, wohin man auch geht, überall ist man getroffen. der schütze schießt; das muss er, das ist seine natur, sein wesen; der getroffene hat sein los selbst beschworen, er hat sich entlarvt. warum ich mich entlarvte, denkend. warum ich mich zu früh entlarvte, denkend. wohin ich nun flüchten könnte, wo ich mich verkriechen könnte. kein schoss, kein dickicht, kein schoss, kein mund, keine zeit, die das wasser wieder in mich zurückschiebt, kein schoss, kein graben, keine kluft. Weiterlesen »

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