Archiv von Oktober, 2007

Okt 31 2007

Zeit, die von sich selbst verschont bleibt

Eingestellt von Sylvia-Maria Lampe in im uhrenkasten

Uhrenkästen… Uhrenkästen?. Ich meine damit nicht diese Art Uhrenkasten, in dem man schön nebeneinander aufgereiht seine Schmuckstücke bewahren kann. In unserer „Guten Stube“, die eine Sonntagsstube war, weil wir uns nur an einem jeden Sonntag dort aufhalten und mit dem überdimensional großen goldgelben Steifteddy, der immer in der Mitte des guten Sofas saß, in Sonntagskleidung mit Sonntagsstimmung spielen durften, stand eine riesige Standuhr aus dunklem Holz. Ein großes rundes Zifferblatt aus blankem Messing mit schwarzen Ziffern, und eben einem großen Kasten darunter… eine Tür mit einem kleinen Knauf zum öffnen. Schon früh reizte es mich, einfach einmal diese Tür aufzumachen und mir das Innenleben anzuschauen.

Nun schlug diese Standuhr pünktlich zu jeder Stunde laut und sehr vernehmlich durchs Haus: Dong, Dong, Dong, besonders in der Nacht hörte man diesen dumpfen Dong wie von ferne mitunter auch im Halbschlaf. Und immer machte diese Standuhr nach diesem Schlagen komische Geräusche, die sich wie das Rasseln von Ketten anhörten, diese Uhr hatte definitv ein Eigenleben, die ersten Jahre hatte ich Angst vor ihr, besonders auch, weil sie immer geheimelt wurde… niemand durfte sie anfassen, geschweige denn beim Spielen in ihre Nähe geraten. Meiner Großmutter war diese Uhr über viele Jahre ihr Dorn im Auge… und ihr Ton im Ohr. Sie hörte diese Uhr immer, auch und besonders in der Stille der Nacht, egal zu welcher Stunde diese gerade schlug, sie hörte sie und sie hasste sie.

Eines Morgens saß ich mit meiner Großmutter am Frühstückstisch: „Oma? gibt es eigentlich Uhren, in denen nichts drin ist?“. „Meinst Du keine Zeit, oder keine Rädchen die die Zeit greifen und nach Außen repräsentieren“. „Hmm… wenn du so fragst, beides“. „Komm einmal mit“. Ich ging mit der Großmutter zu dieser Uhr, sie holte den Schlüssel zur Sonntagsstube unter der Kellertreppe hervor (der Schlüssel wurde dort immer versteckt) und schloß die Türe zur Stube auf – es roch muffig, unter der Woche wurde dort ja nicht gelüftet, es roch nach Möbelpolitur, Wäschesteife, Bohnerwachs und in der Luft abgelegtem Staub der Zeit. Die Großmutter machte die Türe des Uhrenkastens auf und ich durfte mir alles anschauen, die Pendel, das Uhrwerk… es war faszinierend, ich konnte mich garnicht sattsehen, ich wollte natürlich anfassen und berühren, die Zeit berühren… aber da hielt mich die Großmutter zurück: „Kind… diese Art Zeit sollte man nie berühren können, und es auch nicht wollen“. „Warum nicht“. „Weil die Zeit, die hier gegriffen und repräsentiert wird, nicht unsere eigene ist, diese Zeit hier, sagt dir lediglich, in welchen Abständen sich der Tag von der Nacht trennt, aber wann, wo und auf welche Art und Weise sich für dich der Tag von der Nacht trennt, und vor allen Dingen, aus welchem Grund, sagt sie dir nicht. Möchtest du einen eigenen Uhrenkasten, in dem die Zeit nicht ist?“… „Auja… Oma, das wünsche ich mir schon so lange“. „Ich weiß mein Kind, wir sprachen ja erst neulich darüber – warte mal, vielleicht fällt mir in den nächsten Tagen etwas ein“… und sie stand sinnend vor dieser Standuhr und ich sah, dass sie sich zu etwas entschlossen hatte, ihren damaligen Blick würde ich heute als gehässig wissend und rachegelüstend deuten.

Ein paar Tage später, die Mutter war schon aus dem Haus, nahm sie mich bei der Hand: „Ich habe etwas für dich“. Sie ging mit mir wieder zur Treppe, zeigte mir dieses Mal das Versteck des Schlüssels zur Stube, schloß die Türe auf und ging mit mir mich an der Hand fassend zu dieser Standuhr. „Mach mal auf“… ich machte die Tür zum Uhrenkasten auf und konnte es nicht fassen, dieser Uhrenkasten war leer, das Uhrwerk war nicht mehr da. An der Seitenwand innen war ein kleiner Schalter angebracht, mit diesem war es fortan möglich, ein kleines Lämpchen, welches jetzt oben im Uhrenkasten baumelte, anzumachen. Und unten auf dem Boden lag ein kleines Kissen, meine rote gestrickte Erdbeere… und zwei meiner Bücher.

Ich sah meine Großmutter an und fing an zu weinen, sie nahm mich den Arm. Sie wusste inzwischen, dass bei mir immer die Tränen liefen, wenn ich mich sehr freute, und sie verstand mich… sie wusste ganz genau, was ich wollte. Ich wollte etwas, was nur mir gehörte, in dem ich “Sein” durfte, ich wollte aber nicht, das mich jeder so sieht. Und es sollte mein Geheimnis sein. „Nun hast du deine eigene Zeit, achte darauf, das alles, was in diesem Uhrenkasten geschieht, von sich selbst verschont bleibt, laß das Geschehen, was auch immer es sein mag, in diesem Uhrenkasten, wenn du die Tür von außen schließt… nimm immer nur das Gefühl mit, das kann dir niemand nehmen. Ich habe hier noch etwas für Dich“.

Meine Großmutter schenkte mir den kleinen Schlüssel zum Uhrenkasten.

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Okt 28 2007

Kurzer Ausfall der Kapazität

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Nun, das ist ja auch ein Tagebuch (und ich habe gar keine Tage, ich habe nur Gespenster). Da zeigt sich, wie sehr es Quatsch ist, etwas aufschreiben zu wollen.
Noch vor einigen Wochen hatte ich das fertige Buch im Kopf und jetzt sehe ich nach (man muss ja kurz nachschlagen, so ein Hirn hat ja auch seine versteckten Anwandlungen) und finde nur noch Trümmer. Wahrlich habe ich noch einiges zu tun, bevor mich die Schwierigkeiten ereilen. Die Achterbahn in meinem Kopf sollte jedoch keinesfalls im Roman selbst präsent werden. Jetzt schon darüber nachzudenken, dass es ein weiteres Stückwerk bleiben wird, ist entsetzlich. Entsetzlich daran der Gedanke, dass ich nichts, was mir jemals in meinem Leben wichtig war, erreichen konnte. Das wäre für wahr ein schlechter Schlussstrich, wenn man ihn jetzt ziehen würde. Man muss natürlich nicht so denken, man muss nichts erreichen - aber wenn man seine Zeit ausschließlich verplempert hat, dann hat man sich geirrt, wenn man denkt, man habe ja noch hundert Jahre zeit - dann drück die Hoheit der Gedankenlast wie ein Alptraum auf die Brust. Anmut verwandelt sich in Fratzenhaftes.
Mir fällt doch tatsächlich erst die letzten Tage auf, dass ich mich in eine vollkommene Einsamkeit manövriert habe. Na, das ist ganz selbstverständlich völlig lächerlich, so als ob man dem Blendwerk der Moorlichter folgt, um dann erstaunt zu versinken.
“Dabei waren sie doch so schön anzusehen,” wird man sich sagen (sollte der Mund bereits überspült sein, kann man es auch denken).
Um das Buch fertig zu schreiben, fehlt mir gegenwärtig jegliches Interesse, in Wirklichkeit kann ich mich die letzten Wochen auf nichts mehr konzentrieren. Oh, ich habe alle Zeit der Welt, niemand verlangt nach diesem Buch - aber ich fürchte, wenn ich mich emotional zu weit davon entferne, komme ich nicht mehr zurück. Die Momente völliger Klarheit sind verschwunden.
Was DAS alles kann: nichts. Gar nichts.

Wir müssen Nymphen naschen
Im Gang ums Holz hierum
Sah ich eine sitzend da
Und putzt und leckt ihr Füßlein
Sieht mich, schrickt, ich bleibe stehen
Dass sie sich erholt sobald
Sie tut’s, doch mit Gelächter
Springt sie ab un nahen Busch

Da will ich, hinterher, nicht lange fackeln
(geht ja aus, das Licht, wenn man’s so wedelt)
Find mich im Gestrauch
Und häng’ schon fest mit Rockes Zipfeln
Das gold’ne Glöcklein - blieb’s nicht steh’n
Und lacht mich aus?

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Okt 27 2007

Die gefesselte Venus

Eingestellt von michael perkampus in l-irr-ick

Ich kam zu einer rechten Zeit an einem falschen Ort vorbei
Dort Zeichen sind zu denken nicht als Form
In der man kennt
Was einst geheißen von den Alten
Weise sie sich nannten

Sie war ein Stern mit Augen, die sich gossen über Welten
Dort, hohe Trauben Wein gebären
Kann nie ein Herz verbleiben
Ich sah sie tief im Schlummerland
Auf einer meiner Reisen

Und dorten dacht ich, dass sie alles mir bedeutet
Doch sie will sehen, dass der Träumer in die Lieder steigt
Sobald er um sie freit, wird ihr Augenlicht geneigt

Denn nie noch hat ein Wanderer
Sie aus dem Tal geführt
So steht sie dort und weiß für sich:
Ihr Herz ist sonderbar

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Okt 27 2007

Sie nicht und die Sterne nicht

Eingestellt von michael perkampus in l-irr-ick

Hold, wie war die Stund’
Schon sag’s mir, Ohr ich bin
Oh, wenn’s gelogen ist
Dann ist’s in guter Hand

(Ich gehe in vier Richtungen
- Da nicht, da nicht, da nicht, da nicht
Sie schreit’s und treibt den Spaß von fronten
Hinten, Seit’ um Seit’, sie bleicht’s
Wenn’s mich erzürnt)

Trinke aus der hohlen Hand sweet Morgentau
Für mich wie ein Gespenst am Abend
Das sich aus dem Bade hebt

Ich berührte sie nicht wieder
Sie nicht und die Sterne nicht

Erst waren Sterne dort zu seh’n
Wo meine Hand noch rührt an Träumen

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Okt 27 2007

carawahn

Eingestellt von michael perkampus in l-irr-ick

höre
draußen webst ein sturm
den rufen wir
los donnerhand
den knechten wir
mit eisenband
und führen an der lorelei
vorbei
und lachen aus
dies kämmende monster

aus den bechern rieseln wort um wort
ein regen ist geworden
& all das fasst nicht an
womit das herz bewohnt sein will

an kalten tagen spickt man
aus der nische
und wundert sich, wie’s draußen geht
doch hier im stübchen glüht der herd
bereitet warmen mündern speisen
die deine lipp und mein lipp brühen

& dann war es gestern
& dann war es jeden tag

wir segeln durch endlose himmel
sterne scheinen wie augen
die schwarze nacht seufzt
der mond in silbernen bäumen
fällt herab in tränen
licht der nacht
die erde ein violetter brand
im saphirdunst des orbits
während darunter bäume
in einer kühlen brise baden
silbernes sternenlicht bricht durch die nacht
in wir passieren das karmesinauge
des großen gottes MARS

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Okt 27 2007

Ex ist

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

die gelegenheit, etwas zu erzählen, das überall nur antippt, abschlägt, das sich überhaupt nicht fügt, das aber kein prozedere mehr ist, sondern sofort vorhanden. Die kreation DA.
lassen wir unsere hirnschläuche, die ja auch nur eine art darm sind, das DA oder der DA oder die DA ersinnen. DA ist etwas mit mir verbundenes. etwas, das DA ist, bin entweder ich oder das, was mit mir zu tun hat und zwar zu allem unglück auch noch JETZT. Wenn es nicht mehr DA ist, ist es zwar nicht weg, aber nur erinnert. die erinnerung ersetzt kein DA.
architektur

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Okt 26 2007

Tendenzen 19 - Geo & Luther

Eingestellt von andre thom in tendenzen

Zunächst möchte ich etwas voranstellen: ich bin ein begeisterter GEO-Leser. Um die Wahrheit zu sagen ist es die einzige deutschsprachige Zeitschrift, die ich wirklich lese. Das liegt vor allem an den wissenschaftlichen Artikeln, sowie durchaus interessanten, ausführlichen und gut geschriebenen Berichten von Expeditionen, Kulturkreisen, usw.
Ich hatte schon einmal vor einen Artikel aus dieser Zeitschrift zu zitieren, in dem es um Gerichtsverfahren im Mittelalter gegen Tiere ging, zum Beispiel gegen Ratten, die ein Feld verwüsteten und sogar einen Anwalt gestellt bekamen und ein Schwein, das ein Kind zu Tode brachte, allerdings ging mir die Ausgabe verloren.

In der diesjährigen Novemberausgabe findet sich ein Artikel über Martin Luther, vornehmlich über die Genese seiner Überzeugungen bzw. Lehren und deren Ausformungen in Bezug auf wissenschaftliche Entdeckungen und Denkentwicklungen des 20. Jahrhunderts.
Letztlich kann ich mir allerdings nicht sicher über diesen Artikel sein, das sei voran gestellt, weil ich mich nie ernsthaft mit Luther auseinandergesetzt habe und im folgenden eben nur aus diesem Artikel und keinen anderen Quellen schöpfen kann.
Zunächst etwas über Luthers „Offenbarung im Turm“ (die ihm, wie er selbst einmal andeutete, womöglich auf der „cloaca“, dem Abort, überkam; das ist aber in keiner Weise gesichert): Gottes Gerechtigkeit sei kein Verdienst, den man erreichen könne, sondern ein Geschenk. Sie ist einfach da. Allein durch den Glauben werde der Mensch selig.
Dort beginnt natürlich der große Bruch mit dem Katholizismus, der zu jener Zeit gerade seine Ablassbriefe zu verkaufen sucht.
Nun gut, ich möchte hier keine Abhandlung über Luthers Lehren veranstalten, dazu bin ich gar nicht befähigt (und habe letztlich auch gar nicht den Wunsch mich allzu umfassend mit ihm zu beschäftigen), auch möchte ich nicht den Inhalt des Artikels wiedergeben, sondern lieber etwas aus dem Artikel zitieren, was mit besondere Freude machte und sicher dem einen oder anderem auch.
So heißt es in dem Artikel:

„Der Mensch wird, so stellt schon Luther fest, beherrscht von seiner Libido: „Denn ohne Fleisch wären wir nicht und könnten nicht wirken, noch könnten wir ohne die Fleischeskraft dasein und wirken.“ Die „brünstige, natürliche Neigung zum Weib“ dürfe deshalb auch „nicht durch Gelübde und Gesetz verhindert werden“. Sinnlos und gefährlich, Keuschheit erzwingen zu wollen – da ein unbefriedigter Sexualtrieb den Menschen so gründlich vergifte, „dass es besser wäre tot zu sein.“ [...] So ist der Zölibat für Luther der nackte Frevel. Ebenso gut, ruft er den katholischen Glaubenshütern hinterher, hätten sie „das scheißen verboten haben“ können.
[...]
Schließlich sind alle Verbote, alle Moral und alle Dogmen für Luther nichts als Listen des Bösen, das dem Menschen einflüstern will, er könne durch sittliche Anstrengung Gottes Wohlwollen erlangen.“

„Luther dagegen igelt sich ein in seiner Zelle, weigert sich Täter zu werden [Anmerkung meinerseits: gemeint ist der Aufbau einer weltlichen Kirche/Organisation seiner Lehren, wie sie durch Ulrich Zwingli und Johannes Calvin entstehen]: „Wir sind narren und elende humpler mit unserm thun und kunst.“ Mit 57 Jahren wird er die Essenz seines Lebens so zusammenfassen: „2 stund gekackt, 3 stund gegessen und 4 stund mussig gegangen.“

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Okt 20 2007

Imago

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Imago

wie in der bezaubernden hemimetabolen metamorphose
wenn aus dem ei die nymphe wird
aus dieser die imago
dann steigt sie auf über die pflaumen von damas
schwebt die libelle in ihren efeuumwundenen
& solemnen kranzgesimsen

Zur Imago

Die imago, die erinnerung, das phantasma – sind für den menschen nicht nur nicht minder wirklich als die wirklichen verhältnisse, sie sind zugleich beweglicher, transportabler, schneller und können ihn deshalb in der zeit vor uns zurück versetzen.
Phantasie und gedächtnis sind vision und erinnerung. Diese können die wirklichkeit ersetzen.
Erst im angesicht des phantastischen, wenn die vernunft ihre kontrollmacht verliert, vermag sich die tiefste empfindung des seins zu äußern, eine empfindung, die im rahmen der wirklichen welt nicht hervortreten kann und die keinen anderen ausweg findet, als den ewigen reiz der symbole und der mythen zu erliegen.
Die neigung, zu experimentieren, ist der reiz, das unbedeutende, verkehrte und richtige mit aufmerksamkeit zu betrachten, darüber hin und her zu denken, wie es, anders gestellt, geändert, verkürzt und vermehrt etwas besseres werden könnte.

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Okt 19 2007

Tendenzen 18- Realize that the eyes actually are two soft globes floating in bone

Eingestellt von andre thom in tendenzen

For seven years I dwelt
In the loose palace of exile,
Playing strange games
With the girls of the island.Now I have come again
To the land of the fair, & the strong, & the wise.Brothers & sisters of the pale forest
O children of Night
Who among you will run with the hunt?Now Night arrives with her purple legion.
Retire now to your tents & to your dreams.
Tomorrow we enter the town of my birth.
I want to be ready’.

The Celebration of the Lizard

Diese Woche möchte ich nutzen, um James Douglas Morrison, besser bekannt als „Jim Morrison“, in den Fokus zu rücken. Im Grunde dürfte er den meisten ja als Sänger von „The Doors“ bekannt sein, aber leider reicht sein Bekanntheitsgrad meist eben nicht weiter als dieser romantisch verzerrte Kultstatus um ihn als Rockstar. Natürlich auch nicht zu Unrecht, Lieder wie „The End“ oder „When The Music’s Over“ gehören zu den beeindruckendsten Werken der Rockmusik, aber nur wenigen ist dahinter der Dichter Morrison bekannt und vermutlich von noch wenigeren wird er auch als solcher geschätzt.
Also ein paar Auszüge aus Gedichten oder Sammlungen, die mir besonders wertvoll erscheinen, lyrische Diamanten eines wilden Poeten.

You`ve left your
Nothing
to compete with
Silence

I hope you went out
Smiling
Like a child
Into the cool remnant
of a dream

Ode to L.A. while thinking of Brian Jones, Deceased

Am liebsten würde ich das gesamte “The Celebration of the Lizard” hier posten, aber aufgrund der Länge kann ich nur Auszüge bieten.

Once I had a little game
I liked to crawl back into my brain
I think you know the game I mean
I mean the game called “go insane”

Now you should try this little game
Just close your eyes, forget your name
Forget the world, forget the people
And we’ll erect a different steeple.

This little game is fun to do.
Just close your eyes, no way to lose.
And I’m right there, I’m going too.
Release control, we’re breaking through.

The Celebration of the Lizard

[Quelle: jim morrison - ein amerikanisches gebet, Karin Kramer Verlag Berlin, 2001]

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Okt 17 2007

Noctober

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Nach einer ereignisreichen Woche, was das Umstellen der Veranda und den Beginn von Babylon betrifft, ist dies der erste jungfräuliche Eintrag (und was für eine schmutzige Jungfrau das bereits ist) in einem Konzept, das manche durchaus an das Labyrinth erinnern wird.
Das Einstellen der Veranda kam für mich nicht in Frage, aber ich bangte durchaus einen kurzen Moment, ob ich mit meinem Konzept “durchkommen” könnte, vor allem deshalb, weil es ja seit etwa einem halben Jahr bekannt ist, dass ich tägliche Rubriken verteilen möchte, es aber kaum jemanden gab, der sich dies zutraute bzw. ich das meiste davon nicht gebrauchen kann. Noch sind wir nicht komplett und so manches wird sich bewähren müssen.
Längst darüber hinaus, sich bewähren zu müssen, ist Andre Thoms Rubrik der Tendenzen. Nach einem etwas klapprigen Anfang, wurde der Freitag (um es etwas überspitzt zu formulieren) zu einem Bollwerk der Veranda. Vor allem ist es gegenwärtig neben der Leuchtspur die einzige Rubrik, die funktioniert, die also sehr gerne gelesen wird.
Dass man einen einzelnen Autor irgendwann einmal satt hat (und auf mich trifft das sehr schnell zu) war natürlich ein wesentlicher Grund dieser Blogreformation. Der andere: Ich stecke zu tief in der Ausarbeitung der MITTE DER UNENDLICHKEIT und es schien mir unmöglich, das Thema hier so zu behandeln, wie ich es jetzt auf dem dafür vorgesehenen Blog vermag.
Ginge es nach den Kommentaren, wäre die Veranda freilich ein Flop, wie man überhaupt nur etwas einen Flop nennen kann, aber in der Blogwüste Deutschland findet man nun einmal kein besseres Publikum. Da ich mich auch auf englischsprachigen Blogs herumtreibe, habe ich einen direkten Vergleich, den ich besser nicht hätte, denn man möchte sofort einpacken. Aber das ist freilich ein Mentalitätsproblem.

Orientieren wir uns lieber am Machbaren, und das obliegt stets dem Vermögen der einzelnen Rubrizisten, denn alle Gestaltung der einzelnen Rubriken ist deren Sache und was jeder dafür einsetzt, kann man direkt verfolgen. Was die LEUCHTSPUR betrifft, bleibt sie die Plauderstube, soweit ich überhaupt Lust habe, zu plaudern. Im großen und ganzen mache ich mich hier etwas dünn zugunsten BABYLONS, aber auch zugunsten einer neuen Ära von P.-s Veranda.

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