Archiv von Mai, 2007

Mai 31 2007

Mai, Einunddreissig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

13.00

Den adam als einzelwerk herausgeben. Die verschiedenen erzähltaktiken bündeln. Erstes hörstück, soll ich es ebenfalls ein tonwerk nennen?
Meine stimme gehört so sehr meinem eigenen werk, so dass ich kaum anderes zu lesen vermag - und dann auch noch schlecht, wenn doch.
Es ist die geige des komponisten. Wenn sie etwas anderes spielt als dessen werke, das kann sie ja dennoch - oder wenn der komponist das andere spielt, dann ist es von… so einem blödsinn.
Im gegensatz zu einem nun tu so als ob du der und der wärst, ist es bei den eigenen stücken ein ich sage, wie ich es sage, nicht einmal ein ich sage, was ich sage. Das ist sehr formell.
Ein deformierter inhalt ist nicht lobenswert. Eine inhaltslose form kann jedoch ein ästhetisches empfinden hervorrufen. Und es kommt, wenn es gerufen wird. Den kreis schließe ich mit der gerufenen ästhetik, die, das sehen sie ja selbst, sogleich auf der hand liegt.
Der komponist spielt ein stück auf seiner geige und ruft damit die ästhetik hervor, die einer harmonie entspringt, die gar keine harmonie sein muss, um eben gerade harmonie zu sein.

Begonnen mit Der schwarze Punkt.

18.54

Mailwechsel mit Don Dahlmann von mindesthaltbar

Tags:

Kein Kommentar

Mai 30 2007

Mai, Dreissig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

02.31

Der tag war reich beackert, ich gehe nun in einem anderen land weiterarbeiten.

20.27

Podcast Nr. 8 fertig geschnitten und konvertiert.
Kakteen umgetopft, eine neue Orchidee erstanden und ebenfalls gleich umgetopft, Phalaenopsis Moscow.

orchid01.jpg

Tags:

Kein Kommentar

Mai 29 2007

Mai, Neunundzwanzig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

00.17

An der reinschrift zur Mitte der Unendlichkeit.

00.31

Siebzehn seiten Adam seit… wenn ich nur eine uhr hätte. Pause, mit dem hund gehen, ich brauche gummibären. Das kann man hier ganz bequem über die selecta-automaten bekommen. Einer ist um die ecke.

13.40

Kaffee, hund, aufwachen. Dann weiter an der reinschrift zur Mitte der Unendlichkeit, Adam.

17.47

Zwei weitere kapitel des sechsten gesangs Maldorors eingelesen. Es fällt mir auf, dass ich hunger habe und es wird mir nun nichts anderes übrig bleiben, als die arbeit zu unterbrechen, um auf die jagt zu gehen, das getier auszuweiden, ausbluten zu lassen, um es mit met zu begiessen. Ich kann vom glück sprechen, dass ich noch einige geschnitze pfeile auf vorrat vorfand.

20.20

Adam abgeschlossen, weiter mit der reinschrift Wolf aus Erz.

23.12

Leautréamont, sechster gesang des Maldoror fertig eingelesen. Beinahe unglaublich, dass man für eine stunde und zwanzig minuten ton, beinahe 15 stunden lesezeit hat. Jetzt müssen noch lautstärkepegelung und schnitt eingefügt werden.

Tags:

Kein Kommentar

Mai 28 2007

fuck me jesus

Eingestellt von michael perkampus in zersetzung

Eine variation des extreme-dildoing erlaubt es, und dafür sei den kirchen gedankt, das objekt seiner begierde hauptsächlich in den anus einzuführen.

fuck_me_jesus.jpg

Damit man sich jedoch nicht verletzt, ist es unbedingt notwenig, nachdem man das dildo-massage-system erworben hat, einige kleine änderungen vorzunehmen. In wieweit die kirchen in erwägung ziehen, die folgenden schnitzwerkzeuge gleich mit anzubieten, ist gegenwärtig noch nicht einzuschätzen.
Soweit ich weiss, sollen die scharfen kannten jedoch das prinzip der geiselung aufrechterhalten.

schnitzwerkzeug.jpg

Tags:

Kein Kommentar

Mai 28 2007

Mai, Achtundzwanzig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

00.35

Zehn stunden lang Leautréamont eingelesen. Mein mund ist ausgetrocknet, weshalb ich nun bis morgen pausiere.

11.54

wach seit 11.22, sehr früh heute, und das, obwohl ich in der nacht noch einmal Nadja durchgelesen habe.

Kaffee, weiter am Leautréamont.

12.30

brief an die bargfelder studentengemeinschaft

Ihr lieben,

ich gehe im folgenden davon aus, dass bei ihnen genau bekannt ist, an welcher arbeit ich gerade sitze. Der hausherr kann ihnen die kopien meiner arbeiten anfertigen, sollte man mit mir in verbindung treten wollen, gerne gebe ich auskunft über die technik meiner arbeit, der inhalt muss gegenwärtig jedoch noch im dunklen bleiben, nicht etwa, weil ich ihn verbergen möchte, sondern weil er sich ebenda abspielt.
Natürlich wissen sie alle, dass ich mich bei meiner inkarnation etwas in der zeit geirrt habe, weswegen sie, davon bin ich überzeugt, überhaupt erst mit meiner agentin in kontakt getreten sind. Möglicherweise bewundern sie also nicht mein werk an sich, sondern meine authentizität, was übrigens ein fürchterliches wort ist. Ich kann, auch das werden sie wissen, gegenwärtig nicht zu ihnen reisen, um ihnen eventuell vorzulesen oder um ihnen vorträge über literatur zu halten, die ihnen keine neuen erkenntnisse bringen , aber abendfüllend sind. Es ist schon eine ironie, dass ich mich sozusagen in der Schweiz im exil befinde. Ich habe die bilder, die sie mir zukommen ließen und die sie mit der frage verbanden, ob ich denn bei ihnen arbeiten wolle, sehr gerne besehen und muss sagen: dieser garten ist wahrlich bezaubernd und das runde haus ist mehr als eine pracht. Es entspräche durchaus meiner auffassung von synästhetischer architektur [...]
[...] Sprache ist ein irrtum. Ich glaube, es sollte ein anderes tier treffen.

13.09

Unmöglich, brauchbares einzulesen, meine stimme ist rauh und belegt.

14.15

Alles käse, ich müsste wirklich austreten. Ich werde noch dieses buch fertigschreiben, danach verwandle ich mich in einen bach.

Tags:

Kein Kommentar

Mai 27 2007

Mai, Siebenundzwanzig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

14.58

Wenn es um literatur geht, kann es nur das beste sein. Man schielt nicht einmal nach dem, was in seinem kern keine radikalität versprüht. Deshalb beginne ich die prosa für den podcast mit Leautréamont und dem sechsten gesang des maldoror. Denn obwohl ich auch aus Bretons nadja, Artauds surrealistischen schriften, Millers schwarzer frühling, Nervals aurelia lesen möchte, fällt der beginn nur ihm zu, dem engel des bösen, der 1846 in Montevideo geboren, 1870 in Paris starb.

Die liste der zu bestellenden antiquarischen bücher ist wieder einmal lang geraten und nachdem buchhandlungen nur noch schund verhökern, gehe ich auch in keine mehr. Freilich leben sie von diesem dreck dann auch und husten kaum, wenn sie sich an ihrer suppe verschlucken.
Als ich im letzen jahr drei monate in Heidelberg arbeitete, wo unter anderem timber entstand, konnte ich jedoch mein staunen kaum verbergen: dort gibt es sehr wohl noch bücher zu erstehen und beinahe täglich lümmelten wir in den antiquariaten herum, schleppten kilo um kilo literatur heraus, sie zu retten, denn gerettet ist sie, wenn sie in den regalen der verständigen steht.
Kilo um kilo literatur! Wie viel schwerer mag der inhalt wiegen!

21.36

Komme mit einer für den sechsten gesang gedachten stunde nicht hin. Werden wohl anderthalb stunden werden. Aber ich kann und will Leautréamont nicht abwürgen.

22.00

In Russland prügeln sie schwule demonstranten und sagen, dass dies eine degeneration sei. In wahrheit ist es doch aber so: wer liebe, in welcher form auch immer, unterdrückt, ist kein mensch und noch nicht einmal auf der stufe eines tieres angelangt.

Tags:

Kein Kommentar

Mai 27 2007

Die artistische Imagination

Eingestellt von michael perkampus in apercus

„Es wird der Unschuld und des Zornes einiger künftiger Menschen bedürfen, um am Surrealismus das freizulegen, was auch dann noch unfehlbar an ihm lebendig geblieben sein wird, seine Auswüchse unbarmherzig zu stutzen und ihn wieder auf sein eigentliches Ziel hinzulenken .“

-Andre Breton- Weiterlesen »

Tags:

Kein Kommentar

Mai 27 2007

kreide

Eingestellt von michael perkampus in l-irr-ick

man erträgt sich nicht
man ist sich fremd
schreibt man vor die sätze
als gäbe es noch jemand anderen
draussen in lohender kälte
draussen im versum
in dem man völlig abgeschnitten alleine regiert
regent und renegat, man selbst
sieht immer nur sich
sieht sich und sieht sich
mit kreide einen kreis ziehen
dass man an einem ort sitzen kann
den es vordem nicht gab

Keine Tags

Kein Kommentar

Mai 26 2007

Mai, Sechsundzwanzig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

13.32

Ein gewaltiger Kater ließ mich für gestern komplett ausfallen. Daran änderten auch die Konterbiere nichts. Auch heute habe ich noch den Nachklang zu tragen. Preis einer tagelangen Radikalkur. Trotz aller Handicaps muss ich mich nun nach draußen hangeln, weil in der bürgerlichen Welt die Läden um 16 Uhr schließen. Auch Sklaven haben heutzutage ihren freien Tag - warum aber keine frisch ausgeruhten nachrücken, ist mir schleierhaft. Vermutlich stimmt die Organisation nicht und Menschen wie ich, die wirklich etwas zu tun haben, müssen sich an Zeiten halten.

15.03

Dann stehe ich da und kaufe nichts, weil meine Konstitution nicht für die wabernde Masse gemacht ist. Kaufe nichts und esse heute Reis mit Bambussprossen.

15.30

4221 Podcasthörer im letzen Monat gegenüber 2314 Lesern lässt durchaus die Frage aufkommen, ob ich nicht grundsätzlich dem Podcast mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

16.42

Die Sprache ist kein Regelwerk.

19.56

Abschluss der Druckvorlage Evolution der Unnahbarkeit, 525 Seiten.
Erster Scheck aus den Verkäufen des “Acheron” eingetroffen.

20.52

Selbstversuch: es gelingt mir nicht, zwei Pfund Speisequark auf einmal in meinem Mundraum zu verstauen; ebenfalls gelingt es mir nicht, zehn Ananasscheiben dort zu platzieren.

21.52

Zwei Tage Kater ist natürlich unerhört. Ich vertrage wohl das Bier nicht, gehe jetzt essen und probiere mich am Wein.

Tags:

Kein Kommentar

Mai 26 2007

Das offene System

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Der entscheidende Vorstoß überkommene Romanmodelle aufzugeben geschah in den Jahren 1948 – 1963 in Frankreich und Lateinamerika. Auch wenn dieser Höhenkamm, der in Frankreich zum völligen erliegen kam, direkt in die amerikanische Postmoderne mündete, sowie der „Boom“ der Lateinamerikanischen Literatur von ihr abgelöst wurde, haben sich die Möglichkeiten des offenen Systems ebenso behaupten können wie die verschiedenen Spielarten des Surrealismus.

Tags:

Kein Kommentar

Next »