Queneau
Queneau, dem wir die überaus aufschlussreichen Exercises de Style verdanken, eine Sammlung von Prosastücken, in denen ein Thema syntaktisch, zeitlich oder stilistisch variiert wird (in diesen Schriften kommen ebenfalls schon jene Experimente zum tragen, welche die moderne Literatur mit elektronischen Grossrechnern ausgearbeitet hat. Der rudimentäre Computer als Vision einer kommenden Literatur), veröffentlichte Zazie in der Metro 1959.
In der Hauptsache lesen wir von einem zwölfjährigen Mädchen, deren überfordertes Bewusstsein mit grotesker Verzerrung und Umformung der äusserlichen Wirklichkeit reagiert.
Der Roman selbst hat ganz im Gegensatz zur anfänglichen surrealistischen Auffassung, einen hohen künstlerischen Stellenwert, nicht allein durch die Anspielungen auf Shakespeare, Homer, Sartre, sondern - auch hier, wie in der Exercises durch eine vielfach wechselnde Stilistik, die Umgangssprache, Kunstsprache, Phonetik mühelos zu wechseln weiss, darüberhinaus ist das Buch ein burleskes surreales Kaleidoskop.



November 25th, 2007 at 00:28
[...] Steins Freude über den wiederentdeckten Queneau verdanken wir heute folgenden Erguss, der Benjamins Einladung zu einer Fingerübung folgt. Ich [...]