Februar, Siebenundzwanzig, Sieben
Am Portal verschwimmend Sprachen beendet. Acht Sektionen. Im Garten der Hyacinthe, letzt.
Chopin, Mazurkas
Cognac (Paul Boyer)
Zwei Stunden am Telefon mit Fafnir, kein Ende der Tonwerke in Sicht. Am Wochenende, wenn er hier ist, besprechen wir alles Weitere. Mich lässt die Idee nicht los, alles in der Exzess zu treiben, an die Grenzen des Machbaren zu gehen. Meine Rezitative muss wie ein geisterhafter Schatten sein, darf nicht mehr auf dieser Welt existieren.
Jetzt, nachdem der neue Zyklus fertig ist, werde ich mich um die Sprechoper kümmern. Kennt man von Jandl, wird man sagen; ich: lachend, sagend: nicht so, Freunde, unmöglich so, wie’s mir voranschwebt.
02.34
Aus Trunkenheit dem Schlaf geweiht, vorher duschen.
18.26
Das frage ich mich: was kann man mit ihr, die man erfindet, anstellen? Nicht das, was man sich ausdenkt; bevor man etwas mit ihr anstellen kann, muss man sich selbst erfinden.
19.43
…vielleicht lebst du ja auch nicht mehr und meine Mails gehen ins Leere. Das stimmt natürlich nicht, aber das ist das Schöne am Vielleicht…
Das unglaublichste Klavierkonzert überhaupt:
Beethoven, Nr 5 (Emperor)
Ich kam spät zu Beethoven, etwa mit 16. Ich kenne die grossen Klavierkonzerte und ich respektiere und mag sie sehr, gemessen aber an Beethoven verschwindet alles in einem kleinen Punkt des Versuchs. Freilich ist er für mich der grösste Musikus, die Musik überhaupt.
20.53
…dass wir alle Mörder sind, das macht uns gar nichts aus. Jemand sagte einmal: Es gibt keinen Fortschritt, solange noch ein einziges Kind auf dieser Welt verhungert (wird). Ich weiss nicht mehr, wer das sagte, vielleicht weiss es jemand (was ich nicht wirklich glaube - aber das… ist Fatalismus). Unterlassen und wissen. Ich weiss nicht wirklich eine Antwort darauf, warum das Menschengeziefer so ein elendiges und siechiges Gezucke ist.
Tags: tagebuch

