Archiv von Februar, 2007

Feb 28 2007

Ich schmiere

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

00.50

Gedichte ins Netz: es mag Trotz sein, so, als gälte es, auf die Nasen behaarter Gnome zu hauen und dann schamlos los zu lachen, im Manchmal zu rufen: lernt lesen, lernt überhaupt irgendwas, klar bin ich euch über, nehmts nicht krumm.
Aber in Wirklichkeit: lerne ich erst schreiben und kann mich nicht so sehr nieder beugen, wie es die Zeit erfordert.

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Feb 28 2007

Don Quixote

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Was zum Beispiel die „alltägliche Wirklichkeit“ des Don Quijote betrifft, so wird diese nicht dargestellt, sondern sie ergibt sich erst im ständigen Zerbrechen eines Weges, den Don Quijote geht. Er ist Parodie des Ritterromans, aber er bleibt noch weitgehend im Schema, den Roman ad absurdum zu führen, worin durchaus der Grund zu finden ist, warum man mit diesem Werk den modernen Roman beginnen lassen will. Jedoch ist jeder Roman, der im Höhenkamm der Literatur steht, mit Bezug auf die vorangegangenen Romane „modern“, das gilt für Chrétien de Troyes genauso wie im 17. Jahrhundert für das ausdrücklich als Antiroman bezeichnete Werk von Charles Sorel, für Eugénie Grandet von Balzac wie für jeden Nouveau Roman.

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Feb 27 2007

Februar, Siebenundzwanzig, Sieben

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Am Portal verschwimmend Sprachen beendet. Acht Sektionen. Im Garten der Hyacinthe, letzt.

Chopin, Mazurkas
Cognac (Paul Boyer)

Zwei Stunden am Telefon mit Fafnir, kein Ende der Tonwerke in Sicht. Am Wochenende, wenn er hier ist, besprechen wir alles Weitere. Mich lässt die Idee nicht los, alles in der Exzess zu treiben, an die Grenzen des Machbaren zu gehen. Meine Rezitative muss wie ein geisterhafter Schatten sein, darf nicht mehr auf dieser Welt existieren.

Jetzt, nachdem der neue Zyklus fertig ist, werde ich mich um die Sprechoper kümmern. Kennt man von Jandl, wird man sagen; ich: lachend, sagend: nicht so, Freunde, unmöglich so, wie’s mir voranschwebt.

02.34

Aus Trunkenheit dem Schlaf geweiht, vorher duschen.

18.26

Das frage ich mich: was kann man mit ihr, die man erfindet, anstellen? Nicht das, was man sich ausdenkt; bevor man etwas mit ihr anstellen kann, muss man sich selbst erfinden.

19.43

…vielleicht lebst du ja auch nicht mehr und meine Mails gehen ins Leere. Das stimmt natürlich nicht, aber das ist das Schöne am Vielleicht

Das unglaublichste Klavierkonzert überhaupt:

Beethoven, Nr 5 (Emperor)
Ich kam spät zu Beethoven, etwa mit 16. Ich kenne die grossen Klavierkonzerte und ich respektiere und mag sie sehr, gemessen aber an Beethoven verschwindet alles in einem kleinen Punkt des Versuchs. Freilich ist er für mich der grösste Musikus, die Musik überhaupt.

20.53

…dass wir alle Mörder sind, das macht uns gar nichts aus. Jemand sagte einmal: Es gibt keinen Fortschritt, solange noch ein einziges Kind auf dieser Welt verhungert (wird). Ich weiss nicht mehr, wer das sagte, vielleicht weiss es jemand (was ich nicht wirklich glaube - aber das… ist Fatalismus). Unterlassen und wissen. Ich weiss nicht wirklich eine Antwort darauf, warum das Menschengeziefer so ein elendiges und siechiges Gezucke ist.

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Feb 27 2007

Isnapur

Eingestellt von michael perkampus in l-irr-ick

Dass deine Hand mir entschlüpfe
wenn ich sie wringe
mag zaungastfreudig die Zähne offenbaren
jener, die dich ansehen; mich: ansehen
während ich das mir versprochene Blut
evakuiere, aushole, mir zu holen
was von deinem Leib mir übrig ist

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Feb 27 2007

weite; flora, fauna, garten: nimmer

Eingestellt von michael perkampus in l-irr-ick

du bist mir nicht mehr angeband
nicht
schon weit weg, wie fliegen
ist es

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Feb 27 2007

Queneau

Queneau, dem wir die überaus aufschlussreichen Exercises de Style verdanken, eine Sammlung von Prosastücken, in denen ein Thema syntaktisch, zeitlich oder stilistisch variiert wird (in diesen Schriften kommen ebenfalls schon jene Experimente zum tragen, welche die moderne Literatur mit elektronischen Grossrechnern ausgearbeitet hat. Der rudimentäre Computer als Vision einer kommenden Literatur), veröffentlichte Zazie in der Metro 1959.
In der Hauptsache lesen wir von einem zwölfjährigen Mädchen, deren überfordertes Bewusstsein mit grotesker Verzerrung und Umformung der äusserlichen Wirklichkeit reagiert.
Der Roman selbst hat ganz im Gegensatz zur anfänglichen surrealistischen Auffassung, einen hohen künstlerischen Stellenwert, nicht allein durch die Anspielungen auf Shakespeare, Homer, Sartre, sondern - auch hier, wie in der Exercises durch eine vielfach wechselnde Stilistik, die Umgangssprache, Kunstsprache, Phonetik mühelos zu wechseln weiss, darüberhinaus ist das Buch ein burleskes surreales Kaleidoskop.

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Feb 26 2007

Recherche

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Recherche im Katalog der Zentralbibliothek Zürich. Heute Nachmittag dahin, um alte Handschriften einzusehen.

13.29

…und auf morgen verschoben, komme mit dem Katalog nicht durch.

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Feb 26 2007

Für einen neuen Roman (2)

Eingestellt von michael perkampus in apercus

Die Literatur, eine unaufhörliche Folge von Verlust und Wandlung, ist ebenso Evolution wie alles, was zum Leben gehört. Niemals ist die Literatur ein sicher verfügbarer Besitz und schon gar nicht ist sie Stillstand. Wer also nicht permanent in Bewegung bleibt, fällt unweigerlich zurück. Weiterlesen »

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Feb 24 2007

Enid Starkie - Rimbaud

Über Rimbaud zu schreiben ist fast unmöglich und so möchte ich es auch nicht zu sehr in Anspruch nehmen. Viel wichtiger erscheint es mir, diese hervorragende Biographie von Enid Starkie zu beschwören.
Von Ernst Jünger haben wir den Ausdruck behalten, den er Rimbaud gab: Er hielt ihn für den Lyriker des kopernikanischen Zeitalters. Für Däubler war Rimbaud der gotische Wechselbalg aus den Ardennen. Nun, das mag beides nicht unzutreffend sein, doch verzerren beide Aussagen die Wahrheit bis ins Bitterste, denn ein Bohemien protestiert gegen die Gesellschaft und ihre Bräuche, Rimbaud hingegen erhebt sich gegen die Lebensweise des Menschen.
Was uns an Rimbaud fasziniert, ist seine rebellische Existenz in Reinkultur. War er schlecht, ein Verbrecher, oder gut, nur edel und wild? Das sind nur scheinheilige Fragen, wie ich meine. Er war ein Jüngling im Exzess (und jeder Jüngling ist genialistisch begabt, nur bei den wenigsten brichts durch).
Rimbaud hatte noch achtzehn Jahre zu leben, nachdem er mit neunzehn zu Dichten aufgehört hatte. Es war keineswegs so, daß sein Dämon verbraucht gewesen wäre, es war einfach so, daß ihn sein Genius oder sein anderes Ich rasend gemacht und deshalb in die Fremde getrieben hatte.
Rimbaud war ein potentiell stärkerer Dichter als Baudelaire und abgesehen von ihm gibt es kaum einen gigantischeren Exzentriker, der völlig neue Normen aufgestellt hätte. Rimbaud war der grosse Neuerer der französischen Dichtung und er ist bist heute der leuchtende Stern der Moderne.

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Feb 23 2007

Schlüssel

Eingestellt von michael perkampus in leuchtspur

Es geht viel um Türen, Spiegel, Brunnen, Labyrinthe in der letzten Zeit, ein Zeichen an Zeichen

“Was willst du tun, wenn alle Stricke reissen?”
“Fliegen in den Abgrund; und wenn ich die Tür, die dort im Unbekannten steht, erreiche, werde ich zusehen, schnell den Schlüssel in das Schloss zu bekommen, bevor ich zuGrunde schelle.”

denn freilich geht es auch um Schlüssel.

Grünes Licht für die Veröffentlichung meines lyrischen Gesamtwerkes im Dezember mit dem Titel: Evolution der Unnahbarkeit. Über 500 Gedichte müssen gesichtet und notwendigerweise überarbeitet werden.

Weiter Am Portal… mit den drei Flüssen Euphrat, Tigris, Diyala

Grieg/Klavierkonzert
Ravel/Klavierkonzert

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